18.08.2011 - Elephant Men

Heute war ein rund herum toller Tag! Nachdem es gestern Abend die ganze Zeit geregnet hat, war heute morgen wieder leicht bewölkter Sonnenschein angesagt. Gegen 10 Uhr besuchten wir als einzige Sehenswürdigkeit in Lampang den Wat Phra Kaeo, der uns allerdings ein bisschen enttäuschte, da er doch etwas heruntergekommen wirkte und hier und da ein frischer Anstrich dringend nötig gewesen wäre. Ein Glück hatten wir uns anschließend doch dafür entschieden, noch einmal einen kleinen Abstecher in den Süden zum Wat Phra That Lampang Luang bei Ko Kha zu unternehmen, der laut Reiseführer als einer der schönsten Tempel Thailands gilt. Und dem können wir nur zustimmen. Die gesamte Anlage beeindruckte und wenn die Restaurierungsarbeiten erst abgeschlossen sein werden, muss es hier noch prächtiger aussehen. Bei Sonnenschein wirken die golden Chedis und glänzenden Dächer einfach noch viel besser!

Unsere Fahrt führte uns nun weiter zu unserem nördlichsten Ziel Chiang Mai. Bevor wir auf die Schnellstraße kamen, fuhren wir an Reisfeldern und Weiden vorbei, auf denen die thailändischen Rinder grasten und sich Wasserbüffel vor Postkarten verdächtigem Hintergrund in Schlammlöchern abkühlten. Die Schnellstraße schlängelte sich durch die dicht bewaldeten Berge und bot immer wieder schöne Aussichten. Als irgendwann ein Elephant Conservation Center ausgeschildert war, folgten wir kurzentschlossen den Hinweistafeln und wurden vor Ort von einem Shuttlebus vom Parkplatz aus auf das Gelände gebracht, wo wir uns zunächst ein wenig umsahen, bevor wir dem Elefantenbad in einem kleinen See beiwohnten. Im Anschluss folgte die Show, in der die Elefanten zum Glück nicht Fußball spielten, wie das wohl in anderen Camps der Fall ist, sondern ihr Können auf ihrem ursprünglichen Betätigungsfeld, der Waldarbeit, zeigten. Seit die thailändische Regierung 1988 ein absolutes Fällverbot für Tropenhölzer verhängt hat, sind viele hundert Elefanten und ihre Mahuts „arbeitslos“ und so stellen Touristen die wichtigste Einnahmequelle zum Erhalt der 2000 in ganz Thailand in Gefangenschaft lebenden Elefanten dar. Diese bilden mit ihren Mahuts eine lebenslange Gemeinschaft, sodass sie nicht mehr ausgewildert werden können.


Nach der halbstündigen Show bestiegen wir dann einen 45 Jahre alten Bullen und unternahmen einen 40-minütigen Ritt durch den thailändischen Dschungel auf dem extrem schaukelnden Rücken des Dickhäuters, dessen Haut sich ein wenig wie Schmirgelpapier anfühlt. Man musste sich schon gut festhalten, wenn es etwas steiler bergab ging, wie beispielsweise beim Einstieg in den See, den wir als erstes durchquerten. Ich sah uns schon mitsamt Kamera darin liegen, aber mit der Zeit hielt man sich doch etwas weniger verkrampft fest und beobachtete entspannter, wie der Elefant seine Schritte bedächtig auf dem schlammigen Untergrund und zum Teil recht schmalen Weg wählte und immer wieder zum Fressen anhielt. Unser Elefant mochte am liebsten Bambus und so musste der Mahut ihn regelmäßig ordentlich antreiben, damit jener sich von den Bambuspflanzen wegbewegte und seinen Weg fortsetzte. Im Anschluss an den Ritt nahmen wir in dem leckeren Thairestaurant vor Ort noch einen kleinen Snack in Form von gebratenem Reis und Salat zu uns, für den wir inklusive Getränke gerade mal vier Euro bezahlten.

Danach ging es schnell wieder ab auf die Bahn, denn wir wollten uns vor Sonnenuntergang noch den nördlich von Chiang Mai auf 1050 m Höhe gelegenen Wat Doi Suthep anschauen. Um diesen zu erreichen, muss man zunächst Serpentinen auf 11 steilen Kilometern zurücklegen, bevor man dann noch eine steile Treppe erklimmt, die zu beiden Seiten von Nagas, schlangenähnlichen Wesen, flankiert wird.Oben angekommen bietet sich einem ein herrlicher Blick über Chiang Mai und so nutzten wir die Abendsonne für ein paar schöne Erinnerungsfotos. Der Tempel selber ist ebenfalls äußerst prachtvoll. Schade, dass der goldene Chedi nie ganz in der Sonne lag, sondern nur einzelne Sonnenstrahlen das Gold leuchten ließen. Die doch recht mühsame Fahrt hier herauf hat sich aber auf jeden Fall gelohnt!

Gegen 18 Uhr waren wir dann endlich am Hotel, das sehr zentral direkt am Nachtmarkt und am Fluss liegt. Dieses Hotel, in dem wir zwei Nächte verbringen, ist sehr komfortabel und für europäische Verhältnisse dennoch günstig. Von unserem Zimmer im 21. Stock hat man einen tollen Blick auf den Fluss und den Nachtmarkt, den wir nach einer ausgedehnten Dusche erkundeten. Erst wurde gegessen (gebratene Nudeln mit Hähnchen für einen Euro für Anne und einen Burger für Seb), dann ein wenig über den Markt und durch die Straßen gebummelt und zum Abschluss gab es noch ein Bierchen. Jetzt freuen wir uns, im großen weichen Bett zu liegen und diesen schönen Tag Revue passieren zu lassen.
 



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