Heute morgen stellten wir nach dem Weckerklingeln um viertel vor sieben als erstes fest, dass wir über Nacht einen neuen Mitbewohner erhalten hatten: einen kleinen braun-grünen Frosch, von dem wir nicht wissen, wie er ins Badezimmer gelangt ist. Die Nacht war etwas kurz und ungemütlich, was zum einen an den lauten Tiergeräuschen von draußen lag und zum anderen an der extrem harten Matratze und den harten Kissen. Das Frühstück war lecker ( neben Toast mit Eiern und Marmelade gab es Kokospudding, Bananen und Wildhonig), aber nicht „incredible“. Der Cappuccino hingegen war großartig, vor allem nach der Plörre in den vorigen Hotels.
Um neun Uhr betraten wir den Historical Parc von Sukhothai, den wir zu Fuß besichtigten und uns daher auf die Hauptattraktionen beschränkten und nur den riesigen Wat Mahathat mit 40.000m² und schönen Lotosteichen, den auf einer Insel gelegenen Wat Sra Si, zwei weitere Wats sowie die Statue des Königs Ramkhamhaeng ansahen. Insgesamt war es angenehm leer, außer ein paar thailändischen Grundschulklassen, für die es das Größte war, wenn sie uns mit „Hello!“ begrüßten und wir ihnen auch noch antworteten. Das Wetter war heute morgen leider nicht ganz optimal zum Fotografieren, zwar war es heiß und trocken, aber ziemlich bewölkt.
Anschließend fuhren wir 90 km weiter zum dritten Weltkulturerbe unserer bisherigen Reise, zu der ehemaligen „Zwillingsstadt“ Sukhothais Si Satchanalanai. Auf der interessanten Fahrt hierher wurden wir Zeuge der Überschwemmungen der letzten Wochen und wir verstanden nun, warum die thailändischen Häuser größtenteils auf Stelzen gebaut sind. Sogar die Straßen waren stellenweise noch überflutet, aber zum Glück nicht so stark, dass sie unpassierbar gewesen wären.
Der historische Park des alten Si Satchanalani erinnerte von der Anlage her an den in Sukhothai und den in Kamphaeng Phet. Auch hier waren wir fast alleine unterwegs. Der Wat Chang Lom gefiel uns gut, da er von 39 lebensgroßen Elefantenfiguren getragen wird, und auch der Wat Chedi Chet Theo war sehenswert aufgrund der vielen Stupas. Nachdem wir bisher zumeist nur Darstellungen von sitzenden, ruhenden und stehenden Buddhas gesehen hatten, konnten wir heute auch einige schreitende Buddhas begutachten, die letzte der vier Grundhaltungen, in denen Buddha gezeigt wird.
Auf uns wartete jetzt noch die fast dreistündige Fahrt nach Lampang, die uns zunächst weiter an den schön anzusehenden Reisfeldern vorbei- und dann immer höher in die Berge führte, wo wir eine erste Vorstellung vom thailändischen Dschungel erhielten. Diese kurvenreiche und stets auf und ab führende Strecke war allerdings auch anstrengend zu fahren, sodass wir uns abwechselten und froh waren, als wir Lampang gegen halb vier endlich erreichten. Hier angekommen begaben wir uns erstmal auf Nahrungssuche, was dringend notwendig war, da Sebastian schon ganz schlechte Laune vor lauter Hunger hatte. Nach dem Essen fuhren wir zum Hotel und legten uns erstmal ein bisschen hin. Mittlerweile hatte es zu regnen begonnen – es regnet immer noch - und so hatten wir keine Lust, das Hotel noch einmal zu verlassen. Also verbringen wir den Abend damit, die nächsten zwei Tage in Chiang Mai zu planen, zu lesen, zu schreiben und vielleicht noch einen Film auf dem Laptop zu gucken. Außerdem müssen wir unseren Hunger mit allerlei Süßkram stillen, da wir nichts ansprechendes zu Essen gefunden haben.