Heute morgen besichtigten wir nach akzeptablem Frühstück die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Kamphaeng Phet, angefangen mit dem Wat Phra Kaeo, in dem ein sehr schöner großer, ruhender Buddha liegt, und dem Wat Phra Tat, die beide im Zentrum der Stadt liegen. Danach fuhren wir zum Historical Parc, der sich ein kleines Stück außerhalb befindet und in dem ebenfalls viele Ruinen von Tempeln aus 12. bis 14. Jahrhundert zu sehen sind. Hier konnten wir zum Glück mit dem Auto von Tempel zu Tempel fahren und uns so immer wieder im Auto dank Klimaanlage abkühlen. Dieser Park ist sehr nett angelegt, es ist sehr ruhig und wir waren fast die einzigen Besucher zur Mittagszeit. So war es ein überaus entspannter Besuch, den wir sehr genossen, bevor wir uns auf die Fahrt nach Sukhothai machten.
Die knapp 90 km lange Strecke auf einer kleineren Landstraße führte uns durch eine extrem idyllische Landschaft mit vielen Reisfeldern. Im Hintergrund konnte man die Berge sehen und an den Straßenrändern immer wieder typische kleine Thaisiedlungen und das entspannte Leben dort beobachten.
Gegen kurz vor drei erreichten wir das alte Sukhothai, eine der bedeutendsten Ruinenstädte und 140 Jahre lang Hauptstadt des Reiches. Für den restlichen Nachmittag nahmen wir uns vor, die schönsten Sehenswürdigkeiten, mal wieder hauptsächlich Wats, außerhalb des alten Mauerrings anzuschauen, damit wir uns morgen früh auf diejenigen innerhalb beschränken und dementsprechend nicht allzu spät weiterfahren können. Zunächst nahmen wir die im Norden gelegenen in Angriff, hier zunächst den Wat Phra Pai Luang, der inmitten eines großen Seerosenteiches liegt. Anschließend bestaunten wir im Wat Si Chum die 15 m hohe Kolossalstatue eines sitzenden Buddhas. In dem den Tempel umgebenden Graben wuchsen ebenfalls Lotosblumen und Sebastian konnte nicht widerstehen, den faszinierenden Lotoseffekt mit einem Tropfen Spucke zu testen. Bei unserem Waschbecken zuhause, welches über denselben Effekt verfügen soll, funktioniert das leider nicht so gut.
Danach fuhren wir in den Westen der Stadt und bestiegen dort als erstes die Anhöhe, auf der der Wat Sapan Hin liegt. Nachdem wir den in Flip Flops etwas beschwerlichen und schweißtreibenden Aufstieg über einen mit Steinplatten belegten Weg in die 300 m Höhe geschafft hatten, bot sich uns ein schöner Ausblick bis zu den Bergen von Si Satchanalanai, wo wir morgen auf dem Weg nach Lampang einen Zwischenstopp einlegen werden. Wieder in unserem kühlen Auto angekommen freuten wir uns mal wieder sehr über unsere Entscheidung, die Tour von Bangkok nach Chiang Mai mit einem Mietwagen und nicht per Bahn zu machen. Neben dem Luxus der Abkühlung, den wir im Angesicht der vielen verschwitzten Touristen, die Sukhothai per Fahrrad erkunden, doch sehr zu schätzen wissen, ist man doch deutlich flexibler, sieht einiges, was abseits der Hauptattraktionen liegt, und erhält noch andere Eindrücke von Land und Leuten. Und das Autofahren ist auch nicht so anstrengend und stressig wie vorher befürchtet.
Nachdem wir noch ein paar weitere Watreste in Augenschein genommen hatten, fuhren wir in die Richtung unseres nahegelegenen Hotels. Bevor wir jedoch eincheckten, gingen wir in einem ein paar hundert Meter entfernten Restaurant essen, was wunderschön an einem Teich und in einer sehr gepflegten Gartenanlage gelegen war. Diesmal fragten wir vorsichtshalber vor der Bestellung nach dem Schärfegrad des Essens, was sich als sehr mild herausstellte. Neben gebratenem Reis mit Shrimps und Hähnchen gab es Hähnchen mit Honig und Cashewkernen und gegrillte Shrimps. Es war köstlich! Dazu ein eiskaltes Bier – herrlich!
Bei der Ankunft in unserem kleinem Hotel begrüßte uns der italienische Besitzer Paolo direkt mit unserem Vornamen, als hätte er schon ewig auf uns gewartet. Die zum Hotel gehörenden kleinen Bungalows sind liebevoll, wenn auch nicht luxuriös gestaltet ebenso wie der Garten und der Bereich um den Swimmingpool, wo wir direkt eine Runde schwimmen gingen. Hinzu kommt eine unbekannte Geräuschkulisse aus Zwitschern, Zirpen und anderen Geräuschen, die sich vor allem in der Dunkelheit bietet. Leider kommen nun auch so viele Mücken zum Vorschein, dass wir nicht draußen sitzen konnten, sondern auf unserem Bett unterm Moskitonetz unseren Reisebericht verfassen. Jetzt haben wir halb elf, Zeit zum Schlafengehen, denn morgen wollen wir um 7 Uhr frühstücken. Angeblich soll es original italienischen Cappuccino geben und laut Paolo ein „incredible breakfast“. Wir sind gespannt!