15.08.2011 - Affenscharf

 IMG_8780Unser Tagesvorhaben heute: Fahrt von Lopburi über Nakhon Sawan nach Kamphaeng Phet.

Nach einem eher mäßigen und daher schnellen Frühstück im Lopburi Inn Resort, in dem an jeder Ecke Figuren von Affen aufgestellt sind, wollten wir eigentlich die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigen, hier vor allem den Königspalast, der sehr lohnenswert schien. Laut Reiseführer sollte er auch täglich geöffnet haben, ebenso wie die Ruinen des gegenüberliegenden Wats. Leider mussten wir, nachdem wir den gesamten Palast auf der Suche nach dem Eingang einmal komplett umkreist hatten, vor Ort aber feststellen, dass es auch hier einen Ruhetag gibt – und dieser ist natürlich ausgerechnet montags. So mussten wir uns mit einem Blick durch die Ritzen der Tore zufrieden geben und fuhren mit dem Auto ein Stück weiter zu den Überresten des Wat Phra Prang Sam Yot. Schon als wir aus dem Auto ausstiegen, wurden wir direkt auf die vielen Affen, die es hier gibt, aufmerksam, denn einer pinkelte uns vom Strommast aus fast auf den Kopf. Nun wandten wir unseren Blick Richtung der Tempelruinen und sahen mehrere hundert Affen, die dort wie auf dem Affenfelsen im Kölner Zoo leben. Nachdem wir das Gelände betreten hatten, wurden wir auch direkt neugierig beäugt und verfolgt – zunächst noch mit respektvollem Abstand. Als wir jedoch stehen blieben und Fotos machten, kletterte Anne auf einmal von hinten ein kleiner Affe das Bein hoch, sodass sie vor Schreck laut aufschrie, was wiederum die Affen in der Nähe alarmierte und sie mit Drohgebärden auf uns zukamen und ihre Kleinen in Sicherheit brachten. Zum Glück beruhigte sich alles schnell wieder und die Affen ließen uns in Ruhe. Andere Touristen hatten da weniger Erfolg – vermutlich auch, weil sie etwas Nahrhaftes bei sich hatten. So beobachteten wir einen Ausländer mit vier Affen auf seinem Rücken, die sich schon an seinem Rucksack zu schaffen machten. Noch lachte der Mann. Doch als er sie abschüttelte und einer der Affen dabei auf seine Schulter kackte, fand er das nicht mehr ganz so lustig. Wir allerdings schon!

IMG_8721So verließen wir die Affen und setzten unseren Weg nach Nakhan Sawan fort.

Zwischendurch fuhren wir einmal von der Autobahn ab und ein paar Kilometer abseits der Strecke. Hierbei entdeckten wir leuchtend grüne Reisfelder, in denen wir eine große Gruppe von Störchen (?) beobachteten. Zudem gesellte sich ein Kolibri zu uns, der kurz auf unserem Seitenspiegel Platz nahm. Wenige Kilometer vor der Stadt hielten wir an einer Art Raststätte, um etwas zu essen. Für 70 Cent pro Mahlzeit gab es Reis mit einer kleinen Handvoll Curry. Es war zwar lecker, aber die Fleischqualität ließ doch zu wünschen übrig, sodass wir noch etwas beim KFC aßen und uns als Nachtisch frische Ananas besorgten.

In Nakhon Sawan fuhren wir zunächst zu einem Tempel – welche Überraschung! Der Wat Chomkiri Nagaproth liegt auf einem Hügel, von dem man einen schönen Blick auf die nicht ganz so schöne Stadt hat und wo ebenfalls ein Fußabdruck Buddhas besondere Verehrung genießt. Da uns die Stadt nicht so gut gefiel, beschlossen wir, auf die Besichtigung weiterer Tempel zu verzichten, und fuhren stattdessen an einem nahegelegenen riesigen See vorbei, der in der Regenzeit bis auf 20 km Länge anwächst.

IMG_8811Auf der folgenden Wegstrecke zu unserem heutigen Etappenziel gab Anne dann auch ihr Linksfahrdebut, nachdem Seb die Müdigkeit übermannt hatte. In Kamphaeng Phet bezogen wir unser ansprechendes Hotel, erholten uns von den insgesamt fast 300 km und gingen im hauseigenen Restaurant essen, was zum Erlebnis wurde. Zunächst wurden wir mit lauter thailändischer Karaokemusik begrüßt, was manchmal eher einem Gejaule glich und in Kombination mit dem die Sänger begleitenden Orgelspieler zum Teil recht amüsant war. Noch lustiger wurde es jedoch mit jedem Gang, der uns vorgesetzt wurde (wir hatten vier verschiedene kleine Portionen bestellt), denn mit jedem Gericht wurde es schärfer und schärfer. Sogar die Kellner amüsierten sich schon ein wenig über uns. Sebastian hatte leider den Fehler gemacht, herzhaft in eine Chili seines roten Currys hinein zu beißen, nachdem er vorher schon ein paar kleine grüne Chilis gegessen hatte. Dies führte selbst bei ihm, der vorher ja schon in Deutschland ordentlich das Scharfessen trainiert hatte, zu Schweißausbrüchen, Tränen, Schwindelgefühlen und sogar Sternchen vor Augen. Das war jetzt nicht mehr nur für die Kellner witzig, sondern brachte auch uns beide sehr zum Lachen. Völlig berauscht von der Schärfe bekam Seb einen Lachanfall, der nicht enden wollte, sodass wir beide nur noch Tränen lachten, untermalt von thailändischem Karaokegejammer. Unsere Schärfefeuertaufe haben wir hiermit abgelegt.

 



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