14.08.2011 - Auf Buddhas Fußspuren in den Linksverkehr

 Um viertel nach 6 Uhr standen wir auf, packten unsere Koffer und nahmen beim Frühstück schon einmal gedanklich Abschied von Bangkok mit einem letzten Blick vom Dach des Hotels. Da wir um 8 Uhr abfahrbereit vor dem Hotel standen und mit dem Taxi eine dreiviertel Stunde später am Flughafen ankamen, um dort unseren Mietwagen in Empfang zu nehmen, rechneten wir eigentlich damit, gegen halb elf in Ayutthaya,der einstigen Hauptstadt und eine der eindrucksvollsten Ruinenstädte, zu sein. Daraus wurde jedoch leider nichts.


Vor einigen Tagen hatten wir eine Mail vom Autoverleiher bekommen mit der Mitteilung, uns direkt zum Public Transportation Center ein paar Kilometer vom Flughafen entfernt zu begeben. Da der Taxifahrer dieses nicht kannte, brachte er uns zum Terminal, von wo aus wir mit dem Shuttlebus zum PTC fuhren. Dort angekommen dauerte es erstmal, bis wir jemand von Avis ausfindig gemacht hatten, der uns bediente und uns mitteilte, er könne uns nicht weiterhelfen, wir müssten zurück zum Terminal. 

Ein netter Mitarbeiter fuhr uns zum Glück dorthin und wir kämpften uns durch den Papierkram, machten die Übergabe des Autos, hatten schon alles eingeladen und die Navi installiert, als Seb versuchte den Motor zu starten. Leider vergeblich, da die Batterie leer war. Also wieder alles ausladen und 20min auf das neue Auto warten. Als wir dann endlich losfahren konnten, war es bereits kurz vor 11.00 Uhr. So starteten wir mit erheblicher Verspätung in unseren ersten Linksverkehr. Trotz höchster Konzentration wurde schon mal der Scheibenwischer statt des Blinkers betätigt. Zum Glück müssen wir nicht auch noch mit links spiegelverkehrt schalten, da wir Automatik haben. Dummerweise ließ uns die Navi anfangs im Stich und auch die Beschilderung war für uns nicht zu deuten, sodass wir nach Gefühl fahren mussten. Falsch. Glücklicherweise half uns die Navi dann doch noch rechtzeitig aus der Bredouille und leistet unverzichtbare Dienste, denn mit unserer Thailandkarte alleine wären wir aufgeschmissen.

In Ayutthaya angekommen fuhren wir noch etwas planlos im Kreis, bis wir dann um 12.45 Uhr endlich einen passenden Parkplatz direkt neben dem bedeutendsten Tempel gefunden hatten. So schauten wir kurz im Viharn den riesigen, bronzenen Buddha an und gingen in der mittäglichen Gluthitze zum Wat Phra Si Sanphet, dem ehemaligen Königstempel, von dem noch drei imposante Chedis recht gut erhalten sind. Der Rest des Tempels, der Königspalast und ebenso die übrigen vielen Wats der Stadt wurden von den Birmanen nach dessen Eroberung verwüstet und teilweise bis auf die Grundmauern zerstört. Seit 1991 gehören die Ruinen zum Weltkulturerbe der UNESCO. Während wir zu zwei weiteren Tempeln durch eine Parkanlage schlenderten, konnte man sich gut eine Vorstellung von der Größe und dem imposanten Eindruck machen, den die damalige Hauptstadt Siams vermittelt haben musste. Auf dem Rückweg zum Auto entdeckten wir dann zunächst etwas erschrocken eine Riesenechse (ca. 1,5m lang) wenige Meter neben uns im Wasser schwimmend, die allerdings ganz harmlos ist. Außerdem kreuzten immer wieder Elefanten mit ihren Mahuts und Touristen auf ihren Rücken unseren Weg.


Völlig verschwitzt kehrten wir zum Auto zurück, heilfroh es noch unversehrt vorzufinden fuhren wir nun weiter Richtung Lopburi. Kurz vor unserem Übernachtungsziel machten wir noch einen Abstecher zum Wat Phra Buddhabat, in dem einer der fünf „echten“ Fußabdrücke Buddhas auf der Erde im Fels zu bestaunen ist. Um diesen herum ist eine beeindruckende und wunderschön angelegte Tempelanlage gebaut worden, die wir fast ganz für uns alleine hatten. Vielleicht hatte der kurz zuvor herunter gegangene starke Regen alle anderen Besucher weggespült...

Nach diesem vielleicht sogar schönsten Tempel bisher waren wir froh, als wir endlich in Lopburi ankamen, zumal wir mal wieder völlig ausgehungert waren. Diesmal lag das Frühstück ja fast zwölf Stunden zurück. Da wir auch noch etwas einkaufen mussten, waren wir sehr erfreut, als wir am Straßenrand ein „Big C Supercenter“ mit einem MK-Restaurant entdeckten, wo wir das bereits aus Bangkok bekannte Brühe-Fondue aßen.

Kurze Zeit später checkten wir in unserem einfachen, aber sauberen Motel amerikanischer Machart ein, duschten, tranken ein Bier und machten uns an die nun bereits zweieinhalbstündige Schreibarbeit. Jetzt versuchen wir es nochmal damit, vor Mitternacht zu schlafen. Gute Nacht aus Lopburi!



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