13.08.2011 - Muay-Thai-Boxen vorm Cheese Room

Auch heute begrüßte uns die Stadt beim Frühstück in der Skylounge (für Seb mal wieder mit Chickenwürstchen) wie am gestrigen Tag mit strahlendem Sonnenschein. Das bedeutete allerdings auch, dass der bevorstehende Besuch auf dem Chatuchak Weekend Market sehr heiß werden und uns ordentlich ins Schwitzen bringen würde. Nach einer längeren Anreise mit dem Skytrain zum im Norden gelegenen Markt schoben wir uns in das Gedränge der stickigen, schmalen und überdachten Gänge der mehr als zehntausend Stände. Dieser Markt ist der größte seiner Art weltweit mit 200. - 300.000 Besuchern täglich, das Angebot reicht von Essensständen, Kunsthandwerk, Tieren, Blumen usw. bis hin zu Kleidung, die den Großteil des Marktes ausmacht. Wir hatten zum Glück keine ernsthaften Kaufabsichten, denn dann könnte man hier Tage verbringen. Bei einem Paar „onitsuka tigers“ für unter 20 Euro konnten wir allerdings nicht widerstehen. Nach einer guten Stunde wollten wir dann jedoch der Hitze entfliehen und versuchten einen der vielen Taxifahrer davon zu überzeugen, uns mit Taximeter zum Golden Mountain, dem Wat Sakhet, der auf einem künstlich aufgeschütteten Hügel liegt, zu fahren – ohne Erfolg. Also stiegen wir in den Skytrain bis zur Central Station, änderten unser Vorhaben und gingen von dort aus zu den Jim Thompsons Häusern. 
Jim Thompson war als Militär im 2. WK nach Bangkok gekommen, hatte sich in das Land verliebt und verhalf der thailändischen Seide zu ihrem weltweiten Aufstieg, bevor er auf mysteriöse Weise im Dschungel Malaysias 1967 verschwand. Er war ein passionierter Sammler, der sieben Thaihäuser aus der Nähe von Ayutthaya nach Bangkok bringen ließ, in denen heute die Objekte seiner Sammlung ausgestellt werden. In dieser Anlage mit wunderschönem Garten kann man dem Großstadtlärm entkommen und in eine andere Zeit abtauchen.

Muay-Thai

Genug der Ruhe machten wir uns per Taxi zum Lumpini Boxing Stadium auf, um dort den restlichen Nachmittag in einer stickigen Halle inmitten von wettenden und daher hektisch herumlaufenden und laut rufenden Thais zu verbringen. Glücklicherweise hatten wir uns nämlich nicht wie alle übrigen Touristen in der Halle Karten für die erste Kategorie direkt am Ring aufdrängen lassen, sondern standen bzw. saßen als einzige Ausländer auf Stufen dahinter und erlebten dort die authentische Muay Thai Box- Atmosphäre. Die Eintrittspreise waren zwar für thailändische Verhältnisse recht teuer, aber anscheinend holen die Thais das Geld über eigentlich verbotene Wetten schnell wieder rein. So konnten wir einige Männer, wahrscheinlich Buchmacher, dabei beobachten, wie sie mit zehn Handys, an einem Klemmbrett angebracht, gleichzeitig telefonierten und in einer für uns nicht verständlichen Zeichensprache miteinander kommunizierten.



Gegen 18 Uhr trieb uns der Hunger zurück zum Hotel, unser Magen hing uns schon in den Kniekehlen, da wir seit dem Frühstück nichts gegessen hatten. Frisch geduscht nahmen wir die allabendlichen kostenlosen Drinks auf der Dachterrasse ein, bevor wir zum sensationell guten Dinnerbuffet ins Restaurant im Erdgeschoss des Hilton gingen, welches für uns einmalig ebenfalls kostenfrei war. Dort erwarteten uns unzählige Leckereien aus der thailändischen, japanischen und europäischen Küche von Sushi über Thaicurry bis zu Roastbeef, Carpaccio von Fisch und Fleisch,usw. Getoppt wurde diese riesige Auswahl jedoch noch vom Dessertbuffet – unfassbar viele kleine Köstlichkeiten! - und insbesondere von Annes persönlichem Highlight, dem Cheese Room! Ein eigens für das wahnsinnig große Käsebuffet mit 6m langer Theke bereitgestellter, klimatisierter und speziell beleuchteter Raum. Unfassbar! Schade nur, dass wir schon so satt waren.

Dick und zufrieden, zumal der FC 1:0 auf Schalke führte, zogen wir uns auf unser Zimmer zurück, um uns an den Tagesbericht zu machen. Dummerweise versagte der FC mal wieder auf ganzer Linie, worüber Seb sich so sehr aufregte, dass er die schönen Ereignisse des Tages nicht mehr Revue passieren lassen wollte. Da am nächsten Morgen um 6 Uhr der Wecker klingeln würde, wollten wir eigentlich früh schlafen, was allerdings mal wieder nicht so recht klappen wollte, weil uns der Jetlag immer noch etwas zu schaffen macht.



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