Heute morgen um 7.20 Uhr ging es endlich los in den vor allem für Sebastian wohlverdienten Urlaub. Drei Wochen Thailand! Dankenswerter Weise hatte sich der liebe Martin bereit erklärt, uns schon zu dieser frühen Stunde nach Siegburg zum Bahnhof zu fahren, von wo es dann mit dem ICE Richtung Frankfurt ging. Dort kamen wir natürlich viel zu früh an (gegen 9 Uhr), sodass wir noch gute zwei Stunden auf unseren Flieger warten mussten. Dieser hob etwas verspätet um kurz vor 12 ab und landete 6 Stunden später in Bahrain. Man weiß ja eigentlich schon, dass dies ein Wüstenstaat mit dementsprechendem Klima ist, aber als wir aus dem Flugzeug ausstiegen, verschlug es uns dann doch im wahrsten Sinne des Wortes die Sprache. Ich sag nur: Heißluftföhn in Sauna - trotz schon untergegangener Sonne! Zum Glück! Denn sonst hätten wir den gut zweistündigen Aufenthalt nicht mit Essen bei einer arabischen Fastfoodkette verbringen können, da gerade Ramadan ist und in Bahrain in dieser Zeit Essen und Trinken in der Öffentlichkeit bis zum Sonnenuntergang strikt verboten ist.
Nachdem wir bei dem Flug nach Bahrain noch Glück gehabt hatten, dass viele Plätze nicht besetzt waren und wir es uns daher relativ gemütlich machen konnten, war der Weiterflug nach Bangkok leider bis auf den letzten Platz ausgebucht. So mussten wir feststellen, dass die Sache mit der größeren Beinfreiheit bei arabischen Airlines nur Wunschdenken war, was ich mehrfach schmerzhaft bemerkte, als mir mein Vordermann immer wieder ohne Rücksicht auf Verluste seine Lehne gegen meine Knie rammte. Aber ältere Herren, die alleine nach Thailand reisen, machen sich ja eh schon verdächtig! Leider kamen wir deshalb und aufgrund der vielen und leider auch länger anhaltenden Turbulenzen eigentlich gar nicht zum Schlafen, weswegen wir ziemlich müde und geschafft um kurz vor acht in Thailand ankamen.
Nachdem wir die Visa-Formalitäten erfolgreich erledigt, unsere Koffer wohlbehalten aufgefunden und eine thailändische SIM-Karte inkl. Internet-Flatrate besorgt hatten, machten wir uns auf zum Taxistand. Hier zahlt man eigentlich extra eine kleine Gebühr dafür, dass dir jemand das Taxi organisiert und dich der Taxifahrer nicht (!) über den Tisch zieht, was unserer aber natürlich direkt probierte und das Taximeter erst nach mehrfacher Aufforderung und unter großem Gegrummel einschaltete. Es sei doch viel billiger für uns, wenn er uns für 600 Baht (THB) Festpreis zum Millenium Hilton in Bangkok fahren würde. Mit Taximeter haben wir inklusive Trinkgeld und Gebühr nur 400 THB bezahlt. Komische Rechnung!
Im Hotel angekommen waren wir heilfroh, dass wir auch schon um 10.00 Uhr, vier Stunden vor dem eigentlichen Checkin, unser Zimmer beziehen und die so sehr herbeigesehnte Dusche ausgiebig genießen konnten. Beim Betreten unseres Zimmers im 25. Stock bot sich uns durch die riesige Panoramascheibe erstmal ein grandioser Ausblick über Bangkok und den äußerst braunen Fluß Menam Chao Phraya. Während wir diese Zeilen schreiben, müssen wir feststellen, dass der Blick auf das beleuchtete Bangkok bei Nacht allerdings noch reizvoller ist.
Doch auch das Bett sah sehr einladend aus, so dass wir erstmal zwei Stunden schliefen, um Kräfte zu sammeln, bevor wir uns in das laute, stinkende und hektische Treiben Bangkoks stürzten. Zunächst mussten wir dafür mit dem hauseigenen Shuttleboot auf die andere Flußseite übersetzen, um uns anschließend auf den halbstündigen Fußweg zum Tempel Wat Tramit zu machen. Dort wacht ein über drei Meter hoher und aus 5,5 Tonnen reinem Gold bestehender Buddha über die Gläubigen. Das Zufußgehen ist hier jedoch kein wahres Vergnügen, da vor allem die Zweitakter die Luft massiv verpesten. Auch Straßen zu überqueren kann schon einmal zu einem Abenteuer werden, da es fast keine Fußgängerampeln gibt bzw. die Autos diese auch nicht wirklich beachten. Im Anschluss an den Besuch im Tempel wollten wir eigentlich dennoch Chinatown per Pedes erkunden, wurden jedoch von einem freundlichen Thai davon abgehalten, der uns an einer Ampel ansprach und erklärte, dass es dort nicht so spannend sei und wir uns lieber den ersten Tempel Bangkoks anschauen sollten, den wir bequem per Tuk-Tuk erreichen könnten. Um uns zu zeigen, welches die günstigsten Tuk-Tuks sind, hielt er prompt eines an und handelte mit dem Fahrer einen Preis für uns aus, bevor wir uns eigentlich dazu entschlossen hatten, den Tempel aufzusuchen. Da es gleichzeitig immer stärker anfing zu regnen, klangen die ausgehandelten 40 THB (<1€) zu verlockend, um nein zu sagen. Nachdem der Fahrer das Gefährt halbwegs regenfest gemacht hatte, konnte die wilde Fahrt beginnen, die durch heftige Überholmanöver und plötzliche U-Turns geprägt war. Nichts für schwache Nerven, aber absolut normal hier. Am Tempel angekommen erwartete uns schon der nächste Thai, der uns mit ein paar deutschen Worten weitere Lebensweisheiten und Tipps mitgab. So sollten wir laut den beiden Thais nicht ins MBK, eine riesige Einkaufsmall (O-Ton Touristen-Mall) fahren, sondern dorthin, wo nur Thais einkaufen, es viel günstiger sei und aktuell noch zusätzliche Rabatte gegeben werden. Unser Tuk-Tuk-Fahrer wartete brav unseren Tempelbesuch ab und bot an, uns vor dem MBK-Besuch dort vorbeizufahren und für die Weiterfahrt bereit zu stehen. Diese Einkaufsmöglichkeit entpuppte sich allerdings als einzelnes Geschäft, in dem man Kleidung und Stoffe kaufen konnte. Da wir unsere letzte Mahlzeit noch nachts im Flieger zu uns genommen hatten, war jedoch der Hunger mittlerweile so groß und das Interesse an solcher Kleidung so gering bzw. gar nicht vorhanden, dass wir, ohne einen Blick in das Geschäft zu werfen, weiterfahren wollten. Das fand der Tuk-Tuk-Fahrer aber anscheinend so unhöflich, dass er den Rest der Fahrt schimpfend verbrachte, was uns wieder zu der Überlegung brachte, dass ihm Provision verloren gegangen ist und das eine Masche war. Insgesamt wollte unser Chauffeur dann auch mehr Geld haben als ursprünglich vereinbart. Da wir jedoch auch mehr Ziele angesteuert hatten und wir über eine Stunde zusammen unterwegs waren, haben wir ihm gerne auch bereitwillig drei Euro bezahlt.
Im MBK, einer siebenstöckigen Mall, war das Essensangebot dann so groß, dass wir uns kaum entscheiden konnten. Nach einem Rundgang durch die siebte Etage (Food-Court) kehrten wir dann bei MK ein, wo auf jedem Tisch eine Kochplatte mit einer Schüssel voll Brühe vor sich hin köchelte und man aus unzähligen Fleisch-, Fisch- und Gemüse-Zutaten auswählen konnte, welche man dann selber in der Brühe garen musste. Dazu haben wir noch Reis und Nudeln bestellt und waren nachher satt und zufrieden. Kosten inkl. Getränke insgesamt 10 Euro. Um in den Genuss der nur von Executive-Zimmer-Bewohner zugängigen Sky-Lounge in der 31. Etage inkl. kostenloser Cocktails und anderer Getränke zu kommen, machten wir uns per Skytrain zügig auf den Heimweg. Am Central-Pier nahmen wir dann das Shuttleboot zum Hotel, was etwas länger auf sich warten ließ. Frisch aufgehübscht und dem Dresscode entsprechend angezogen genossen wir anschließend den noch viel großartigeren Ausblick von der obersten Etage des Hotels, von wo aus wir unser morgiges Ziel, den Grand Palace, erblicken konnten. Ein sehr anstrengender und aufregender Tag nahm dann mit einigen Cocktails und Fingerfood for free ein schönes Ende, zumal auch noch der Kauf von Tickets für das Auswärtsspiel bei den Pillen gelang, der um 16.00 Uhr in Deutschland (hier 21.00 Uhr) begann.
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