Da sich die überwältigende Mehrheit in unser Online-Umfrage dafür ausgesprochen hatte, dass wir die Bootstour von Phang Nga aus zur James Bond-Insel machen sollten, quälten wir uns nach einem Wettercheck (strahlender Sonnenschein!) aus dem Bett, frühstückten recht zügig, um uns um acht Uhr auf den Weg zu machen. Die ziemlich kurvigen 70 km, für die wir laut Navi 100 min brauchen sollten, legten wir dank Sebastians rasanter Fahrweise (Colin McRae sei Dank) in 70 min zurück. So waren wir um kurz nach neun in der Bucht von Phang Nga, wo wir direkt von vielen Bootsverleihern empfangen wurden, die sich todesmutig und wild mit Schildern wedelnd vor unser Auto stürzten, um uns als Kunden zu gewinnen. Echt nervig! Weil wir darauf keine Lust hatten, fragten wir im Visitor Center nach, die uns an den Pier gegenüber verwiesen, wo wir nach kurzem Verhandeln für fast die Hälfte des Ursprungspreises ein Longtailboat für uns alleine mieteten. Das war deutlich netter als die vollbesetzten großen Boote, auf denen sich ganze Busladungen befanden. (Hier in der Gegend bietet jedes Hotel Tagesausflüge nach Phang Nga an.) So fuhren wir also bei bestem Wetter – Sonnenschein und blauer Himmel mit ein paar Schleierwolken – zunächst an Mangrovenwäldern vorbei Richtung Meer, erst entlang des Pudelfelsens, der einem Pudel ähneln soll, was wir allerdings nicht nachvollziehen konnten, anscheinend haben die Thais noch nicht so oft Pudel gesehen. Als nächstes sahen wir an einem Felsen angeblich 3000 Jahre alte Höhlenmalereien, die Fische und Menschen als Jäger darstellen, bevor wir an dem Muslimdorf Panyi, einer Pfahlbausiedlung mit etwa 1400 Einwohnern, vorbeifuhren. Hier halten die großen Touristenboote und die Insassen werden vom Anlegesteg direkt in eines der Restaurants geschleust. Da wir dazu keine Lust hatten, sahen wir von einem Halt ab und schipperten weiter Richtung Ko Tapu, dem James-Bond-Felsen, immer vorbei an anderen schönen Buchten und kleinen Inseln aus Kalksteinfelsen, von deren Wänden Stalaktiten zum Teil bis ins Wasser herabhängen. In der Bucht von Khao Ping Gun gingen wir dann eine halbe Stunde vor Anker und erkundeten die bizarren Felsformationen. Vor dem James-Bond-Felsen mussten natürlich einige Fotos gemacht werden.
Anschließend ging es auf den Rückweg und nach zweistündiger Bootstour legten wir wieder am Pier an. Jetzt wollten wir möglichst schnell zurück zum Hotel, um nach einem leckeren Mittagessen in einem kleinen thailändischen Straßenrestaurant noch den zweiten Teil unseres Tagesvorhabens in die Tat umzusetzen: im Pool planschen, sonnen, lesen und Massage am Strand. Da Sebastian allerdings von der Sonne und dem Schwimmen so müde geworden war, dass er sich ein bisschen ablegen musste, nahm Anne die Massage alleine in Angriff. Dafür ging es erstmal zehn Minuten am Strand entlang, bis man zu kleinen Hütten kam. Diese Hütten waren im Prinzip nichts anderes als ein sehr großes Bettgestell mit Dach und Vorhängen rundherum. Hier legte ich mich auf eine Matratze und genoss eine im Vergleich zur klassischen Thaimassage sehr sanfte Ganzkörper-Ölmassage. Das Geräusch der Wellen und des Windes unterstützte die entspannende Wirkung der Massage und ich fühlte mich großartig danach. Statt einer Stunde hatte mich die nette Masseurin sogar 80 min massiert – und das für nur 7,50 €. Ein Traum!
Als ich zum Hotel zurückkam, erwartete mich Sebastian schon an der Bar sitzend mit zwei Cocktails vor sich, um die letzten zehn Minuten der Happy Hour auszukosten. Dermaßen gut versorgt wäre ein richtig schöner Sonnenuntergang passend gewesen, aber leider waren schon wieder dicke schwarze Wolken aufgezogen, die baldigen Regen ankündigten. Dieser war jedoch diesmal nur kurz und heftig, dennoch hatten wir keine Lust das Hotel zum Essen zu verlassen und bestellten noch einmal dasselbe wie tags zuvor, da es uns so gut geschmeckt hatte. Leider ist dies unser letzter Abend hier, denn hier in diesem netten, kleinen Resort würden wir jederzeit wieder Urlaub machen. Andererseits sind wir aber natürlich auch voller Vorfreude auf unseren einwöchigen Aufenthalt auf Kho Phi Phi!
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Das heutige Tagesziel ist Khao Lak an der Westküste Thailands. Als wir nach dem Frühstück gegen 10 Uhr aufbrachen, entschieden wir uns spontan eine etwas längere Strecke in Kauf zu nehmen, die laut Reiseführer aber auch durch eine der schönsten Gegenden Thailands führen sollte. Also fuhren wir nicht wie von der Navi vorgeschlagen von Chumphon aus ziemlich direkt rüber zur Westküste und diese dann herunter, sondern blieben im Osten und setzten unseren Weg bis Surat Thani über die Schnellstraße 4 bzw. 41 fort und nahmen dort die Abzweigung Richtung Ta Kuapa gen Westen. Diese Strecke entlang eines Nationalparks war wirklich traumhaft schön. Die 120 km durch die Berge führten uns an hohen, bewachsenen Kalkfelsen, Flüssen, Palmen und Urwald vorbei und boten immer wieder tolle Ausblicke, wo wir anhielten und Fotos machten. Zunächst war das Wetter noch gut, aber mit der Zeit zog es sich immer mehr zu und schließlich regnete es bis zu unserer Ankunft im Chong Fah Beach Resort. Insgesamt hatte die Fahrt gute fünf Stunden gedauert.
Und jetzt regnete es immer weiter, aber das hinderte uns, nachdem wir unseren Bungalow in dieser sehr hübsch angelegten, recht kleinen Anlage mit wunderschönem Ausblick aufs Meer und dem besten Preis-Leistungsverhältnis bisher bezogen hatten, dennoch nicht daran, in den Pool zu hüpfen. Das Wasser war angenehm warm und da wir direkt mit anderen Deutschen ins Gespräch kamen, blieben wir einige Zeit dort. Nach der heißen Dusche lockte uns die Happy Hour (zwei Cocktails zum Preis von einem) an die Bar, wo wir für den Rest des Abends hängen blieben. Eigentlich hatten wir vorgehabt, in einem kleinen Thai-Restaurant eine Straße weiter zu essen, aber da wir das nette deutsche Ehepaar aus dem Pool wiedertrafen und sie sich auf ein paar Getränke zu uns setzten, aßen wir dann doch direkt vor Ort. Und zwar sehr, sehr lecker! Khao Soy nach Chiang Mai-Art, gebratenen Reis mit Shrimps und Nasi Gorang. (Das Paar mit ihren 10-jährigen Zwillingsjungs kommt übrigens aus der Nähe von Warendorf/Münster, Sven.)
So gingen wir nach dem einen oder anderen Cocktail und Bier leicht angetrunken ins Bett und stellten uns die Frage, ob wir es wirklich schaffen würden, am nächsten Morgen um halb sieben aufzustehen, um zur James Bond-Insel zu fahren.
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Nach dem besten Frühstück unserer ganzen Reise mit Nürnberger Rostbratwürstchen und gebratenen Nudeln für Seb und Vollkornbrötchen mit Lachs und leckeren Pancakes für Anne checkten wir aus dem tollen Hotel aus, in dem wir gerne noch eine Nacht länger geblieben wären. Für Seb war die Nacht wieder nicht so lang gewesen, da er sich doch das FC-Spiel gegen Lautern über einen russischen Stream auf dem Handy angeguckt hatte, während Anne selig schlief und nur bei lauten Ausrufen kurz aufwachte und seltsame Fragen stellte.
Unser Tagesziel war heute Chumphon, was 280 km entfernt von Hua Hin liegt. Unsere Fahrt ging hauptsächlich entlang von Kokosnuss- und Ananasplantagen, ab und zu gab es auch ein paar Bananenstauden und natürlich wie überall die schönen grünen Reisfelder. Im Hintergrund zeichneten sich immer wieder die zahlreichen Gipfelspitzen des mächtigen Kalksteinmassivs ab, das sich entlang der Küste erhebt. Kurz nach Prachuap Khirikhan fuhren wir von der Schnellstraße ab und bogen auf einen kleinen Feldweg zum Huai Yang Wasserfall ab. Wie auch schon zuvor zeigte sich das gerade diese Wege abseits der großen Straßen die spannendsten Entdeckungen und gute Fotomotive, wie komische Vögel, arbeitende Einheimische und Unmengen von Kokosnüssen, bereit halten.
In dem zu den Wasserfällen gehörenden Park angekommen parkten wir unser Auto und machten uns zu Fuß auf Entdeckungsreise. Diese gestaltete sich bei gefühlter Luftfeuchtigkeit von 90% und Temperaturen jenseits der 30°C als äußerst schweißtreibend. Flipflops stellten sich im Nachhinein nicht als die beste Schuhwahl heraus, da wir das ein oder andere Mal über Stock und Stein und entlang rutschiger Felsen auf allen Vieren klettern mussten. So wurden wir aber auch mit großartigen Eindrücken der hiesigen Natur belohnt. Nach rund einer Stunde wieder am Auto angekommen mussten wir erstmal die nassgeschwitzten T-shirts wechseln, um uns bei der Weiterfahrt im klimatisierten Auto nicht zu erkälten.
Die restlichen 160 km legten wir dann zügig zurück, da wir noch etwas Sonne im Novotel, südlich von Chumphon am Meer gelegen, am Pool genießen wollten, was auch gelang, da ausnahmsweise auch am Spätnachmittag keine Wolken die Sonne verdeckten. Nachdem wir ein gutes Stündchen am Pool relaxt hatten, teilten wir uns noch ein Bier auf der Terrasse unseres Hotelzimmers mit Blick aufs Meer, duschten und gingen im gegenüber dem Hotel und am Strand gelegenen thailändischen Restaurant essen. Für gebratenen Reis mit Shrimps und Tintenfisch, Shrimps mit Gemüse und Hähnchen mit Cashewnüssen sowie fast zwei Litern Bier bezahlten wir unter zehn Euro. Es war total lecker und jetzt sind wir auch schon leicht angeheitert, da wir seit dem Frühstück nichts gegessen hatten und das thailändische Chang-Bier fast 6,5 % hat.
Wie befürchtet, klingelte es dann tatsächlich um 4.45 Uhr mitten in der Nacht und das Aufstehen gestaltete sich sehr hart, aber auch voller Vorfreude auf den zweiten Part unserer Reise. Der erste Teil war überwiegend von kulturellem Sightseeing, also von sehr, sehr vielen Wats, geprägt. Bevor es dann zum Abschluss eine Woche nach Koh Phi Phi zum Relaxen geht, warten noch vier Tage durch den Süden von Thailand mit vielen Sandstränden und schöner Natur auf uns, auf die wir uns nach den nicht ganz so hübschen und anstrengenden, aber auch sehr interessanten Städten sehr freuen.
Pünktlich um 5.15 Uhr ging es dann mit dem privaten Fahrer des Hotels zum Flughafen, wo noch nicht wirklich viel los war. Um 7.10 Uhr hob der Flieger von Air Asia planmäßig ab und landete um 8.25 Uhr in Bangkok. Dort kannten wir uns ja glücklicherweise schon aus, sodass die Übergabe des neuen Mietwagens diesmal deutlich schneller vonstatten ging, sogar schneller, als Anne Frühstück besorgen konnte. Für sie gab es einen leckeren Starbucks-Kaffee und ein Sandwich, während Seb weiter hungern musste, da es den erhofften Burger nicht gab. So versorgte er sich, nachdem wir endlich den dichten Verkehr Bangkoks hinter uns gelassen und trotz verwirrender Beschilderung den richtigen Highway gen Süden gefunden hatten, in einem 7Eleven mit thailändischem Fastfood (Chili-Würstchen und Hack in süßem Weckchen – naja, wer`s mag...).
Eigentlich hatten wir geplant einen Zwischenstopp in Phetchaburi zu machen und den dortigen Königspalast anzuschauen, hatten dann aber nur noch Lust, in Hua Hin anzukommen, wo ein Tophotel mit einem wunderbaren Sandstrand am thailändischen Golf auf uns wartete.
Nach einem Empfang mit leckerem Getränk aus einem Elefantenglas und einem eisgekühlten Handtuch wurden wir zu unserem edlen Zimmer gebracht, wo wir uns direkt in die Badesachen schmissen und Richtung Pool und Strand gingen. Da es am Strand jedoch recht windig war, verließen wir das warme Meerwasser bald wieder, um uns lieber auf die bequemen Liegen am Pool bei einem Getränk zu legen. Leider verletzte sich Sebastian beim Herausgehen aus dem Meer und schnitt sich an einem Stein den Fuß an mehreren Stellen leicht auf, wurde aber von den Poolboys direkt aufs Beste verarztet. Weil er so tapfer war, gab es zur Belohnung ein Bier.
Vom Hunger getrieben machten wir uns später nach einer ausgiebigen Dusche im luxuriösen Badezimmer auf den Weg in die Stadt, tranken vor dem Essen noch einen Mai Tai in einer Bar und aßen anschließend bei einem Italiener Salat, Lasagne und Pizza. Manchmal braucht man ein wenig Abwechslung vom asiatischen Essen. Zurück im Hotel, erschöpft vom frühen Aufstehen und mit einer riesigen Käsekugel im Bauch, guckten wir eine Serie über das am Fernseher angeschlossene Notebook und schreiben jetzt den Bericht. Gleich gucken wir noch eine Folge!
Nachdem wir uns gestern Abend noch darüber unterhalten hatten, was wir doch bisher für ein Glück mit dem Wetter hatten, dass es immer nur dann geregnet hat, wenn wir im Auto, Tuktuk oder im Hotelzimmer waren, erwischte es uns dann heute nach einem reichhaltigen Frühstück doch noch. Wir hatten wohl vergessen, auf Holz zu klopfen! So fing es, kurz nachdem wir das Hotel verlassen hatten, um einen Stadtrundgang zu machen, heftiger an zu regnen, sodass wir umkehrten und doch mit unserem Auto herumfuhren. Auf dem Weg zum größten und schönsten Wat in der Innenstadt, der innerhalb des alten Mauerrings liegt, gerieten wir auf einmal auf eine Straße, die komplett überflutet war, da es auch gestern nach unserer Rückkehr ins Hotel den ganzen Abend schon stark geregnet hatte. Bevor wir die Straße passierten, warteten wir erstmal skeptisch ab, wie sich die uns entgegenkommenden Autos und Roller durch die Wassermassen kämpften, erst dann trauten wir uns auch. Als wir den Tempel besichtigt hatten, hatte es auch schon wieder aufgehört zu regnen.
Nach zwei weiteren Tempeln beschlossen wir, zum Flughafen zu fahren, um unseren Mietwagen zurückzugeben. Morgen früh fliegen wir nämlich so früh (7 Uhr) nach Bangkok, dass Avis noch nicht geöffnet hat. Leider sind die 1100 km von Bangkok nach Chiang Mai nicht ganz spurlos an dem Auto vorübergegangen, da wir uns einen kleinen Steinschlag an der Windschutzscheibe eingefangen hatten. Zum Glück waren die fünf Avis-Mitarbeiter aber allesamt nicht in der Lage, das entsprechende Formular auszufüllen, und so kamen wir ohne Zahlung einer Selbstbeteiligung davon, die wir ohnehin in Deutschland wiederbekommen hätten. In Thailand sind Glasschäden nämlich nicht grundsätzlich mitversichert. Anschließend aßen wir im Flughafengebäude ein für die Region typisches Nudelgericht, Khao Soi (Thai-Curry-Suppe), was uns ganz vorzüglich geschmeckt hat. Danach fuhren wir per Taxi zum Hotel zurück, machten uns kurz frisch und erkundeten per pedes unsere nähere Umgebung. Hierbei beobachteten wir den Aufbau der ersten Stände des Night Markets und konnten ein erstes Schnäppchen erzielen, eine „Billabong“-Boardshort für sechs Euro. Da wir keine Lust mehr auf eine weitere Erkundung der Stadt hatten, genossen wir noch ein Bierchen, bevor Seb die neuen Shorts im hoteleigenen Swimmingpool einweihte. Da sich der Himmel aber auch schon wieder bedenklich verfinsterte, beendeten wir unser Bad schnell wieder und ruhten uns noch ein wenig auf dem Zimmer aus. Zwischenzeitlich hatte es sich draußen eingeregnet, sodass wir uns entschieden, das Hotel nicht mehr zu verlassen und in einem der Restaurants ein Steak zu essen. Um ausreichend Schlaf zu bekommen (der Wecker wird um 4.45 Uhr klingeln und das Taxi um 5.15 Uhr auf uns warten), verzichteten wir auf das Schreiben des Reiseblogs, packten stattdessen unsere Koffer und gingen früh schlafen.
Heute war ein rund herum toller Tag! Nachdem es gestern Abend die ganze Zeit geregnet hat, war heute morgen wieder leicht bewölkter Sonnenschein angesagt. Gegen 10 Uhr besuchten wir als einzige Sehenswürdigkeit in Lampang den Wat Phra Kaeo, der uns allerdings ein bisschen enttäuschte, da er doch etwas heruntergekommen wirkte und hier und da ein frischer Anstrich dringend nötig gewesen wäre. Ein Glück hatten wir uns anschließend doch dafür entschieden, noch einmal einen kleinen Abstecher in den Süden zum Wat Phra That Lampang Luang bei Ko Kha zu unternehmen, der laut Reiseführer als einer der schönsten Tempel Thailands gilt. Und dem können wir nur zustimmen. Die gesamte Anlage beeindruckte und wenn die Restaurierungsarbeiten erst abgeschlossen sein werden, muss es hier noch prächtiger aussehen. Bei Sonnenschein wirken die golden Chedis und glänzenden Dächer einfach noch viel besser!
Unsere Fahrt führte uns nun weiter zu unserem nördlichsten Ziel Chiang Mai. Bevor wir auf die Schnellstraße kamen, fuhren wir an Reisfeldern und Weiden vorbei, auf denen die thailändischen Rinder grasten und sich Wasserbüffel vor Postkarten verdächtigem Hintergrund in Schlammlöchern abkühlten. Die Schnellstraße schlängelte sich durch die dicht bewaldeten Berge und bot immer wieder schöne Aussichten. Als irgendwann ein Elephant Conservation Center ausgeschildert war, folgten wir kurzentschlossen den Hinweistafeln und wurden vor Ort von einem Shuttlebus vom Parkplatz aus auf das Gelände gebracht, wo wir uns zunächst ein wenig umsahen, bevor wir dem Elefantenbad in einem kleinen See beiwohnten. Im Anschluss folgte die Show, in der die Elefanten zum Glück nicht Fußball spielten, wie das wohl in anderen Camps der Fall ist, sondern ihr Können auf ihrem ursprünglichen Betätigungsfeld, der Waldarbeit, zeigten. Seit die thailändische Regierung 1988 ein absolutes Fällverbot für Tropenhölzer verhängt hat, sind viele hundert Elefanten und ihre Mahuts „arbeitslos“ und so stellen Touristen die wichtigste Einnahmequelle zum Erhalt der 2000 in ganz Thailand in Gefangenschaft lebenden Elefanten dar. Diese bilden mit ihren Mahuts eine lebenslange Gemeinschaft, sodass sie nicht mehr ausgewildert werden können.
Nach der halbstündigen Show bestiegen wir dann einen 45 Jahre alten Bullen und unternahmen einen 40-minütigen Ritt durch den thailändischen Dschungel auf dem extrem schaukelnden Rücken des Dickhäuters, dessen Haut sich ein wenig wie Schmirgelpapier anfühlt. Man musste sich schon gut festhalten, wenn es etwas steiler bergab ging, wie beispielsweise beim Einstieg in den See, den wir als erstes durchquerten. Ich sah uns schon mitsamt Kamera darin liegen, aber mit der Zeit hielt man sich doch etwas weniger verkrampft fest und beobachtete entspannter, wie der Elefant seine Schritte bedächtig auf dem schlammigen Untergrund und zum Teil recht schmalen Weg wählte und immer wieder zum Fressen anhielt. Unser Elefant mochte am liebsten Bambus und so musste der Mahut ihn regelmäßig ordentlich antreiben, damit jener sich von den Bambuspflanzen wegbewegte und seinen Weg fortsetzte. Im Anschluss an den Ritt nahmen wir in dem leckeren Thairestaurant vor Ort noch einen kleinen Snack in Form von gebratenem Reis und Salat zu uns, für den wir inklusive Getränke gerade mal vier Euro bezahlten.
Danach ging es schnell wieder ab auf die Bahn, denn wir wollten uns vor Sonnenuntergang noch den nördlich von Chiang Mai auf 1050 m Höhe gelegenen Wat Doi Suthep anschauen. Um diesen zu erreichen, muss man zunächst Serpentinen auf 11 steilen Kilometern zurücklegen, bevor man dann noch eine steile Treppe erklimmt, die zu beiden Seiten von Nagas, schlangenähnlichen Wesen, flankiert wird.Oben angekommen bietet sich einem ein herrlicher Blick über Chiang Mai und so nutzten wir die Abendsonne für ein paar schöne Erinnerungsfotos. Der Tempel selber ist ebenfalls äußerst prachtvoll. Schade, dass der goldene Chedi nie ganz in der Sonne lag, sondern nur einzelne Sonnenstrahlen das Gold leuchten ließen. Die doch recht mühsame Fahrt hier herauf hat sich aber auf jeden Fall gelohnt!
Gegen 18 Uhr waren wir dann endlich am Hotel, das sehr zentral direkt am Nachtmarkt und am Fluss liegt. Dieses Hotel, in dem wir zwei Nächte verbringen, ist sehr komfortabel und für europäische Verhältnisse dennoch günstig. Von unserem Zimmer im 21. Stock hat man einen tollen Blick auf den Fluss und den Nachtmarkt, den wir nach einer ausgedehnten Dusche erkundeten. Erst wurde gegessen (gebratene Nudeln mit Hähnchen für einen Euro für Anne und einen Burger für Seb), dann ein wenig über den Markt und durch die Straßen gebummelt und zum Abschluss gab es noch ein Bierchen. Jetzt freuen wir uns, im großen weichen Bett zu liegen und diesen schönen Tag Revue passieren zu lassen.