Der eigentlich geplante Sonnenaufgang, der in dem Tal besonders schön anzusehen sein soll, fiel dann leider ins Wasser, da es zu dem Zeitpunkt regnete und komplett wolkenverhangen war. Daher zog es die meisten dann wieder schnell ins Bett, so dass man bis zum geplanten Frühstück um 8.00 Uhr noch genügend Schlaf bekam. Da es Sebastian immer noch nicht besser ging, jedoch keine wirkliche Alternative zum langen Fußmarsch bestand außer einem teuren Helikopterflug, machten wir uns direkt nach dem Frühstück auf den Weg zum Gipfel, da das Zeitpolster bis zu unserem Rückflug auch nicht so riesig war. Die Betreiberin der Hütte hatte uns noch den Tipp gegeben, dass wir nicht denselben Weg zurück nehmen sollten, da dieser durch den Regen sehr rutschig wäre und zudem auch recht steil im Aufstieg. Daher führte uns die neue Strecke zunächst rund 5km zu dem kleinen Dorf „La Nouvelle“. Da der Weg trotzdem recht steil war und vor allem über teilweise sehr schmale Wege vorbei an tiefen Abgründen ging, war der Tipp dann doch nicht so gut, zumal der Aufstieg für Sebastian schon sehr anstrengend war und er zahlreiche Liter ausschwitzte. In dem kleinen Dorf auf ca. 1400 Meter angekommen erwartete uns von dort aus noch der ca. 5km lange Aufstieg zum Col des boeufs mit fast 600 Höhenmetern. Dieser war, auch ohne Fieber zu haben, sehr anstrengend, da er größtenteils über Stufen hochging, und kreuzte nach der Hälfte ungefähr den Weg, den wir schon als Hinweg genutzt hatten. Nach knapp vier Stunden Laufzeit insgesamt erreichten wir glücklich den Gipfel, wo uns Alice' Mutter, die den Aufstieg leichtfüßig wie eine Bergziege gemeistert hatte und die Schnellste war, schon in Empfang nahm. Der Schlussweg zum Auto wurde dann noch einmal etwas ungemütlich, da es durch dicke Wolken ging und leichter Regen hinzukam. Kurz nach uns kamen dann auch Daniela und Marcel am Parkplatz an, so dass wir spontan entschieden, mit den beiden schon einmal loszufahren, damit unsere Abreise nicht so hektisch würde, da sich der Weg bis nach St. Joseph noch ziemlich hinzieht und wir letztendlich fast drei Stunden für den Heimweg brauchten, auch weil wir auf den ersten Kilometer mit extremen Nebel zu kämpfen hatten. Perfekte Bedingungen für Annes erste Autofahrt auf Réunion.
Um kurz vor vier Uhr erreichten wir dann unsere Heimat der letzten zwölf Tage und packten schließlich unsere Koffer, machten uns frisch und genossen noch ein letztes Dodo, bevor wir uns auf die 1,5 Stündige Fahrt zum Flughafen machten, diesmal über die Westseite der Insel. Nachdem wir unseren Mietwagen nach insgesamt rund 1.400 Kilometer wieder bei AVIS abgegeben hatten, ging es zum Check-In bei CorsairFly. Aufgrund einer Panne an dem Gepäckband verzögerte sich dieser jedoch erheblich und als wir endlich an der Reihe waren, wurde uns dann auch noch mitgeteilt, dass unsere vor Monaten reservierten Plätze (mit viel Beinfreiheit) bereits vergeben seien. Leider brachte auch die folgende Diskussion nichts, so dass wir etwas verärgert in der nicht klimatisierten Wartehalle auf das Boarding warten mussten. Sebastian kaufte noch einen letzten Rum für seine Sammlung und als wir dann endlich das Flugzeug betreten konnten, stellten wir zu unser freudigen Überraschung fest, dass die neuen Plätze auch nicht schlecht waren und zumindest Sebastian seine Beine voll ausstrecken konnte. Pünktlich um 7.00 Uhr morgens, nach elf Stunden Flug, in Paris Orly gelandet, schlugen wir, nachdem wir unsere Koffer hatten, erst einmal wieder unsere Zelte im dortigen McDonald's auf, um so zwei Stunden bei kostenlosem Internet zu verbringen und uns anschließend auf den Weg zum Gare du Nord zu machen, wo wir dann pünktlich um 12.00 Uhr mit dem Thalys nach Köln fuhren.
Am Nachmittag des 07.01.2012 kamen wir dann nach einer anstrengenden Rückreise, aber dreizehn wunderschönen und sehr warmen Tagen an dem Startort unserer Reise an. Es war unser erster Trip auf die Südhalbkugel und auch der erste Sommerurlaub im Winter. Und es war rundum gelungen. Die Insel ist wunderschön und abwechslungsreich mit tollem Meer und super Wellen. Die Sonne ließ unseren sonst gewohnten Schnee dann auch schnell vergessen und es war mit Sicherheit nicht unser letzter warmer Winterurlaub. Die Gastfreundschaft und Organisation von Alice' Eltern ist der Wahnsinn und unsere komplette „Reisegruppe“ war einfach super entspannt und wir hatten riesig viel Spaß. Danke Alice, dass wir deine tolle Heimat besuchen durften.