An unserem vorletzten Tag auf Réunion wartete ein Wanderung in fast 2.000 Meter Höhe auf uns mit anschließender Übernachtung. Doch bevor es mit der körperlichen Anstrengung losging, sollte noch ein großes Picknick mit Familie und Freunden von Alice stattfinden. So machten wir uns dann gegen 10.00 Uhr auf die mehr als zweistündige Fahrt zum vereinbarten Treffpunkt. Auf dem Weg gab es dann noch ein paar kleinere Orientierungsprobleme, so dass wir letztendlich erst gegen kurz vor 13.00 Uhr am Sammelpunkt ankamen. Von da ging es dann mit den Autos gemeinsam auf die Suche nach einem geeigneten Platz für das große Picknick. Hierbei fuhren wir an traumhafter Kulisse mit dutzenden Wasserfällen vorbei, bis wir dann einen schönen Platz mit tollem Ausblick gefunden hatten, der für unsere Gruppe mit über dreißig Wanderern groß genug war. Das Essen war dem Anlass natürlich entsprechend deftig (rougail saucisses) und als süßes Getränk gab es noch frischen Kokosnusssaft aus zahlreichen selbstgeschlagenen Kokosnüssen.
Ordentlich gestärkt ging es dann noch circa 30 Minuten mit dem Auto auf den Col des Boeufs, wo wir erstmal mit zehn Euro zur Kasse gebeten wurden, um dort unser Auto über Nacht parken zu dürfen. Nachdem sich dann alle von den Flip-Flops in die Wanderschuhe geschmissen hatten, begann auch die fast vierstündige Wanderung zu unserer Übernachtungsmöglichkeit in einem Dorf namens Marla. Dieses ist nur per pedes und Helikopter zu erreichen, was im späteren Verlauf dann noch von Bedeutung war.
Nach rund 15-minütigem Aufstieg auf 1.940 Meter Höhe startete dann der Abstieg auf zunächst ca. 1.400 Meter vorbei an wunderschönen Ausblicken, durch kleinere Flüsse, entlang steiler Abhänge und über flachere Passagen mit Kuhwiesen. Am tiefsten Punkt der Wanderung angekommen, ging es dann auf 1.700 Meter hoch bis wir im Dorf Marla ankamen, was ausschließlich aus Übernachtungsmöglichkeiten und wenigen Geschäften/Imbissmöglichkeiten besteht. Da sich die Truppe während des Fußmarsches etwas zerstreut hatte und nicht jedem ganz klar war, wie unsere Hütte für die Nacht hieß, dauerte es etwas bis alle am richtigen Ziel eingetroffen waren. Dort erwartete uns eine rustikale, aber sehr gepflegte und neue Hütte mit je drei Stockbetten pro Zimmer. Auch der Sanitärbereich war modern und sauber, so dass auch beim Duschen keiner kaltes Wasser abbekommen hat. Die Zeit bis zum Abendessen wurde dann mit Biertrinken und Kartenspielen überbrückt, wobei das Bier mit 2,50 Euro recht teuer war, jedoch auch mit dem Hubschrauber extra eingeflogen werden muss. Das Abendessen begann dann gegen 19.00 Uhr und bestand aus einem klassischen kreolischen Eintopf mit fettigem Fleisch, was nicht jedermanns Sache war. Leider machte sich während des Essens bei Sebastian eine Erkältung immer mehr bemerkbar, die er schon am Morgen leicht gespürt hatte, so dass er dann auch früh mit Fieber und Gliederschmerzen ins Bett ging. Wir anderen nahmen auf der Terrasse bei recht frischen Temperaturen noch ein paar kühle Gertänke ein, spielten Karten und quatschen, bis Eric seinen MP3-Player mit Boxen holte und einige das Tanzbein schwangen.