04.01.2012 - Zwei Minuten, zwei Leben (deux minutes, deux vies)

Der erste Programmpunkt des Tages war heute die Schlachtung von zwei selbstaufgezogenen Enten im Garten der Hoareaus. Für uns war es die erste Schlachtung, der wir beiwohnten, es war aber eigentlich ganz harmlos. Das Schlimmste war der Geruch der Federn, als die tote Ente in heißes Wasser getaucht wurde. Nach einem guten Frühstück ging es zum nächsten Highlight des Tages.

Da es leider momentan nicht möglich ist, die Rumdistellerie Rivière du Mat bei St. Benoit zu besichtigen, was vor allem Sebastian sehr bedauerte, besuchten wir heute stattdessen das Rummuseum Saga du rhum in St. Pierre, das auf dem Gelände einer ehemaligen Destille entstanden ist. Hier erfuhren wir zunächst etwas über den Zuckerrohranbau, anschließend konnten wir den Herstellungsprozess nachvollziehen und uns die Kupfersäulen des column-stil-Verfahrens und den Kupferkessel des pot-stil-Verfahrens im Vergleich anschauen. Zum Abschluss gab es eine Rumverkostung, wo einem der Unterschied zwischen dem Rhum agricole (Zuckerrohr als Basis) und dem Rhum traditionale (Melasse als Basis) aufgezeigt wurde. Ganz beliebt auf Réunion ist auch der Punch, Rum versetzt mit verschiedensten Früchten wie Ananas oder Kokosnuss.

Nach diesem kurzen Eintauchen in die inseltypische Getränkewelt fuhren wir nach Etang salé an den Strand (Hindustrand) und genossen unseren letzten Strandtag mit riesigen Wellen in vollen Zügen.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Zwischenstopp am Supermarkt, um die letzten Mitbringsel wie z.B. den leckeren Vanillekaffee zu besorgen, bevor es wieder nach St. Joseph ging, wo Alice' Mutter zwischenzeitlich die beiden Enten nach kreolischem Rezept mit Vanille zubereitet hatte. Geschmacklich waren die Ente klasse, jedoch war es für uns verwöhnte Filet-Europäer etwas gewöhnungsbedürftig, dass in dem Topf sehr viel Knochen und Fett enthalten war. Glücklicherweise hatte die Mutter die besonderen „Leckereien“ (Kopf, Füße, Innereien, etc) gesondert aufgetischt. In entspannter Atmosphäre genossen wir den letzten Rum im Hause Hoareau, bevor es dann am nächsten Morgen zur zweitägigen Wanderung ging.




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