Um kreolische acht Uhr (+30 min) fuhren wir zum Markt nach St. Pierre. Auch um diese frühe Uhrzeit war es schon sehr heiß und so schwitzen wir beim Bummel zwischen den Ständen entlang ganz ordentlich. Auf der einen Seite des Marktes wird Obst und Gemüse verkauft, wo sich für uns die Möglichkeit bot, einmal die Gemüse und Wurzeln, die wir schon gegessen hatten, in ihrem Urzustand zu sehen. An anderen Ständen konnte man auch lebende Hühner und Gänse kaufen, die dem Käufer einfach lebend in die Tüte gesteckt wurden.
Später guckten wir uns noch die beiden bunten Hindutempel in St. Pierre an und gingen danach noch ne Runde shoppen bei Pardon, einem réunionesischen Klamottenladen, in der Hoffnung dort T-shirts mit dem Logo des einheimischen Biers Bourbon (la dodo lé la) zu erstehen. Solche fanden wir zwar nicht, kauften aber stattdessen zwei andere schöne Shirts.
Anschließend legten wir noch einen Zwischenstopp bei Décathlon ein, wo Robert sich ein Bodyboard holte, bevor sich endlich Minhs werbeverseuchter großer Traum vom Long Porc bei Quick erfüllte. Dieser Burger stellte sich aber, wie von allen anderen auch schon vorher erwartet, als Enttäuschung heraus. Für die anderen gab es dann zu Hause noch eine kleine Mahlzeit bestehend aus Baguette, Aufschnitt und Kokosmarmelade sowie einem Fleischkuchen, der zwar mit Schwein gefüllt ist, aber dennoch süßlich schmeckt.
Nachdem Sebastian noch ein kleines Schläfchen gemacht hatte, fuhren wir mit Minh den anderen nach Vincendo zum Strand hinterher, wo wir den Rest des Nachmittags verbrachten, bevor wir uns für den Sylvesterabend schick machten und das große Festmahl erwarteten.
Dies begann mit einer Menge Langusten vom Grill, bevor es mit Schnecken in Kräuterbutter weiterging. Als Hauptgang gab es mariniertes und gegrilltes Schwein mit der teuren Spezialität Palmherzensalat. Dabei tranken wir natürlich jede Menge Bier, Rum, Wein und unterschiedliche Mixgetränke. Um Mitternacht feierten wir oben an der Straße und die Jungs hatten ihren Spaß beim Abfeuern der etwas mickrigen Raketen. Endlich mal böllern, ohne kalte Finger zu bekommen!Danach wurde die Musik aufgedreht und getanzt, bis wir ziemlich müde und angetrunken um vier Uhr ins Bett fielen.
Weiterlesen: 31.12.2011 - Sylvester in Shorts (oder: Long Porc ist ein Arschloch)
Der eigentlich geplante Sonnenaufgang, der in dem Tal besonders schön anzusehen sein soll, fiel dann leider ins Wasser, da es zu dem Zeitpunkt regnete und komplett wolkenverhangen war. Daher zog es die meisten dann wieder schnell ins Bett, so dass man bis zum geplanten Frühstück um 8.00 Uhr noch genügend Schlaf bekam. Da es Sebastian immer noch nicht besser ging, jedoch keine wirkliche Alternative zum langen Fußmarsch bestand außer einem teuren Helikopterflug, machten wir uns direkt nach dem Frühstück auf den Weg zum Gipfel, da das Zeitpolster bis zu unserem Rückflug auch nicht so riesig war. Die Betreiberin der Hütte hatte uns noch den Tipp gegeben, dass wir nicht denselben Weg zurück nehmen sollten, da dieser durch den Regen sehr rutschig wäre und zudem auch recht steil im Aufstieg. Daher führte uns die neue Strecke zunächst rund 5km zu dem kleinen Dorf „La Nouvelle“. Da der Weg trotzdem recht steil war und vor allem über teilweise sehr schmale Wege vorbei an tiefen Abgründen ging, war der Tipp dann doch nicht so gut, zumal der Aufstieg für Sebastian schon sehr anstrengend war und er zahlreiche Liter ausschwitzte. In dem kleinen Dorf auf ca. 1400 Meter angekommen erwartete uns von dort aus noch der ca. 5km lange Aufstieg zum Col des boeufs mit fast 600 Höhenmetern. Dieser war, auch ohne Fieber zu haben, sehr anstrengend, da er größtenteils über Stufen hochging, und kreuzte nach der Hälfte ungefähr den Weg, den wir schon als Hinweg genutzt hatten. Nach knapp vier Stunden Laufzeit insgesamt erreichten wir glücklich den Gipfel, wo uns Alice' Mutter, die den Aufstieg leichtfüßig wie eine Bergziege gemeistert hatte und die Schnellste war, schon in Empfang nahm. Der Schlussweg zum Auto wurde dann noch einmal etwas ungemütlich, da es durch dicke Wolken ging und leichter Regen hinzukam. Kurz nach uns kamen dann auch Daniela und Marcel am Parkplatz an, so dass wir spontan entschieden, mit den beiden schon einmal loszufahren, damit unsere Abreise nicht so hektisch würde, da sich der Weg bis nach St. Joseph noch ziemlich hinzieht und wir letztendlich fast drei Stunden für den Heimweg brauchten, auch weil wir auf den ersten Kilometer mit extremen Nebel zu kämpfen hatten. Perfekte Bedingungen für Annes erste Autofahrt auf Réunion.
Um kurz vor vier Uhr erreichten wir dann unsere Heimat der letzten zwölf Tage und packten schließlich unsere Koffer, machten uns frisch und genossen noch ein letztes Dodo, bevor wir uns auf die 1,5 Stündige Fahrt zum Flughafen machten, diesmal über die Westseite der Insel. Nachdem wir unseren Mietwagen nach insgesamt rund 1.400 Kilometer wieder bei AVIS abgegeben hatten, ging es zum Check-In bei CorsairFly. Aufgrund einer Panne an dem Gepäckband verzögerte sich dieser jedoch erheblich und als wir endlich an der Reihe waren, wurde uns dann auch noch mitgeteilt, dass unsere vor Monaten reservierten Plätze (mit viel Beinfreiheit) bereits vergeben seien. Leider brachte auch die folgende Diskussion nichts, so dass wir etwas verärgert in der nicht klimatisierten Wartehalle auf das Boarding warten mussten. Sebastian kaufte noch einen letzten Rum für seine Sammlung und als wir dann endlich das Flugzeug betreten konnten, stellten wir zu unser freudigen Überraschung fest, dass die neuen Plätze auch nicht schlecht waren und zumindest Sebastian seine Beine voll ausstrecken konnte. Pünktlich um 7.00 Uhr morgens, nach elf Stunden Flug, in Paris Orly gelandet, schlugen wir, nachdem wir unsere Koffer hatten, erst einmal wieder unsere Zelte im dortigen McDonald's auf, um so zwei Stunden bei kostenlosem Internet zu verbringen und uns anschließend auf den Weg zum Gare du Nord zu machen, wo wir dann pünktlich um 12.00 Uhr mit dem Thalys nach Köln fuhren.
Am Nachmittag des 07.01.2012 kamen wir dann nach einer anstrengenden Rückreise, aber dreizehn wunderschönen und sehr warmen Tagen an dem Startort unserer Reise an. Es war unser erster Trip auf die Südhalbkugel und auch der erste Sommerurlaub im Winter. Und es war rundum gelungen. Die Insel ist wunderschön und abwechslungsreich mit tollem Meer und super Wellen. Die Sonne ließ unseren sonst gewohnten Schnee dann auch schnell vergessen und es war mit Sicherheit nicht unser letzter warmer Winterurlaub. Die Gastfreundschaft und Organisation von Alice' Eltern ist der Wahnsinn und unsere komplette „Reisegruppe“ war einfach super entspannt und wir hatten riesig viel Spaß. Danke Alice, dass wir deine tolle Heimat besuchen durften.
An unserem vorletzten Tag auf Réunion wartete ein Wanderung in fast 2.000 Meter Höhe auf uns mit anschließender Übernachtung. Doch bevor es mit der körperlichen Anstrengung losging, sollte noch ein großes Picknick mit Familie und Freunden von Alice stattfinden. So machten wir uns dann gegen 10.00 Uhr auf die mehr als zweistündige Fahrt zum vereinbarten Treffpunkt. Auf dem Weg gab es dann noch ein paar kleinere Orientierungsprobleme, so dass wir letztendlich erst gegen kurz vor 13.00 Uhr am Sammelpunkt ankamen. Von da ging es dann mit den Autos gemeinsam auf die Suche nach einem geeigneten Platz für das große Picknick. Hierbei fuhren wir an traumhafter Kulisse mit dutzenden Wasserfällen vorbei, bis wir dann einen schönen Platz mit tollem Ausblick gefunden hatten, der für unsere Gruppe mit über dreißig Wanderern groß genug war. Das Essen war dem Anlass natürlich entsprechend deftig (rougail saucisses) und als süßes Getränk gab es noch frischen Kokosnusssaft aus zahlreichen selbstgeschlagenen Kokosnüssen.
Ordentlich gestärkt ging es dann noch circa 30 Minuten mit dem Auto auf den Col des Boeufs, wo wir erstmal mit zehn Euro zur Kasse gebeten wurden, um dort unser Auto über Nacht parken zu dürfen. Nachdem sich dann alle von den Flip-Flops in die Wanderschuhe geschmissen hatten, begann auch die fast vierstündige Wanderung zu unserer Übernachtungsmöglichkeit in einem Dorf namens Marla. Dieses ist nur per pedes und Helikopter zu erreichen, was im späteren Verlauf dann noch von Bedeutung war.
Nach rund 15-minütigem Aufstieg auf 1.940 Meter Höhe startete dann der Abstieg auf zunächst ca. 1.400 Meter vorbei an wunderschönen Ausblicken, durch kleinere Flüsse, entlang steiler Abhänge und über flachere Passagen mit Kuhwiesen. Am tiefsten Punkt der Wanderung angekommen, ging es dann auf 1.700 Meter hoch bis wir im Dorf Marla ankamen, was ausschließlich aus Übernachtungsmöglichkeiten und wenigen Geschäften/Imbissmöglichkeiten besteht. Da sich die Truppe während des Fußmarsches etwas zerstreut hatte und nicht jedem ganz klar war, wie unsere Hütte für die Nacht hieß, dauerte es etwas bis alle am richtigen Ziel eingetroffen waren. Dort erwartete uns eine rustikale, aber sehr gepflegte und neue Hütte mit je drei Stockbetten pro Zimmer. Auch der Sanitärbereich war modern und sauber, so dass auch beim Duschen keiner kaltes Wasser abbekommen hat. Die Zeit bis zum Abendessen wurde dann mit Biertrinken und Kartenspielen überbrückt, wobei das Bier mit 2,50 Euro recht teuer war, jedoch auch mit dem Hubschrauber extra eingeflogen werden muss. Das Abendessen begann dann gegen 19.00 Uhr und bestand aus einem klassischen kreolischen Eintopf mit fettigem Fleisch, was nicht jedermanns Sache war. Leider machte sich während des Essens bei Sebastian eine Erkältung immer mehr bemerkbar, die er schon am Morgen leicht gespürt hatte, so dass er dann auch früh mit Fieber und Gliederschmerzen ins Bett ging. Wir anderen nahmen auf der Terrasse bei recht frischen Temperaturen noch ein paar kühle Gertänke ein, spielten Karten und quatschen, bis Eric seinen MP3-Player mit Boxen holte und einige das Tanzbein schwangen.
Der erste Programmpunkt des Tages war heute die Schlachtung von zwei selbstaufgezogenen Enten im Garten der Hoareaus. Für uns war es die erste Schlachtung, der wir beiwohnten, es war aber eigentlich ganz harmlos. Das Schlimmste war der Geruch der Federn, als die tote Ente in heißes Wasser getaucht wurde. Nach einem guten Frühstück ging es zum nächsten Highlight des Tages.
Da es leider momentan nicht möglich ist, die Rumdistellerie Rivière du Mat bei St. Benoit zu besichtigen, was vor allem Sebastian sehr bedauerte, besuchten wir heute stattdessen das Rummuseum Saga du rhum in St. Pierre, das auf dem Gelände einer ehemaligen Destille entstanden ist. Hier erfuhren wir zunächst etwas über den Zuckerrohranbau, anschließend konnten wir den Herstellungsprozess nachvollziehen und uns die Kupfersäulen des column-stil-Verfahrens und den Kupferkessel des pot-stil-Verfahrens im Vergleich anschauen. Zum Abschluss gab es eine Rumverkostung, wo einem der Unterschied zwischen dem Rhum agricole (Zuckerrohr als Basis) und dem Rhum traditionale (Melasse als Basis) aufgezeigt wurde. Ganz beliebt auf Réunion ist auch der Punch, Rum versetzt mit verschiedensten Früchten wie Ananas oder Kokosnuss.
Nach diesem kurzen Eintauchen in die inseltypische Getränkewelt fuhren wir nach Etang salé an den Strand (Hindustrand) und genossen unseren letzten Strandtag mit riesigen Wellen in vollen Zügen.
Auf dem Rückweg machten wir noch einen Zwischenstopp am Supermarkt, um die letzten Mitbringsel wie z.B. den leckeren Vanillekaffee zu besorgen, bevor es wieder nach St. Joseph ging, wo Alice' Mutter zwischenzeitlich die beiden Enten nach kreolischem Rezept mit Vanille zubereitet hatte. Geschmacklich waren die Ente klasse, jedoch war es für uns verwöhnte Filet-Europäer etwas gewöhnungsbedürftig, dass in dem Topf sehr viel Knochen und Fett enthalten war. Glücklicherweise hatte die Mutter die besonderen „Leckereien“ (Kopf, Füße, Innereien, etc) gesondert aufgetischt. In entspannter Atmosphäre genossen wir den letzten Rum im Hause Hoareau, bevor es dann am nächsten Morgen zur zweitägigen Wanderung ging.
Weiterlesen: 04.01.2012 - Zwei Minuten, zwei Leben (deux minutes, deux vies)
Heute standen wir recht früh auf, um um 7.30 Uhr zum Vulkan Piton de la fournaise aufzubrechen. Da sich dieser gerne ab 10 Uhr in Wolken hüllt, wollten wir um kurz vor neun dort sein, was uns diesmal erstaunlicherweise auch gelang. Zum Glück, denn nach unseren ersten Ausblicken über die erweiterte Vulkanebene zog es sich bald zu und Nebel zog auf. Auf eine fünfstündige Wanderung zum eigentlichen Krater verzichteten wir, stiegen nur die vielen Stufen zur erkalteten Lava hinab und erklommen einen kleinen vorgelagerten Krater, der allerdings nur noch mit Steinen gefüllt ist. Nach der mühsamen Fahrt hinauf in die Berge über hunderte von Serpentinen hatte es sich auf der Höhe von 3000m merklich abgekühlt und statt über 30°C waren es nur noch 18°C. Beim Aufstieg zurück zum Parkplatz kamen wir aber dennoch ins Schwitzen. Auf dem Weg zurück durchquerten wir wieder die Ebene, die uns schwer an die apokalyptische Mondlandschaft aus Mad Max erinnerte.
Ein Stück weiter unterhalb erwarteten uns schon Alice` Eltern mit einem großen Picknick, zu dem wieder die meisten der Verwandten des gestrigen Tages dazu stießen. Nach ausgiebigem Essen mit der Spezialität Bichiques (klitzekleinen Fischchen) und gebratenem Hähnchen fuhren wir gegen drei wieder Richtung St. Joseph, endlich wieder ins Warme!
Um vier waren wir dann endlich am Strand von Vincendo, wo die Wellen heute besonders toll waren, sodass wir von den nächsten drei Stunden die allermeiste Zeit im Wasser verbrachten.
Nachdem wir im Supermarkt noch unsere Getränkevorräte aufgefüllt hatten, gab es leckeres Abendessen mit Schweinesamosas, Bouchons, Würstchen und Palmherzensalat.
Um 12.30 Uhr war Abfahrt Richtung Berge, um dort in den etwas kühleren Regionen Réunions mit einem großen Teil der Familie Hoareau zu picknicken. Nach einer knappen Stunde erreichten wir den Picknickplatz, auf dem sogar einige Familien übernachtet hatten. Leider fing es kurz nach der Ankunft an zu regnen und der geübte Kennerblick der Réunionesen sagte, dass der Regen nur stärker werden würde. So wurden alle Klamotten wieder eingepackt und wir zogen um zu einem Cousin von Alice, wo alle 20 Mann an einem riesigen Tisch auf der Veranda Platz fanden. Durch den Regen, der mittlerweile fast monsunartige Auswüchse angenommen hatte, hatte es sich stark abgekühlt, sodass wir tatsächlich anfingen zu frösteln.
Gegen halb vier machten wir uns wieder auf den Rückweg. In St. Joseph trennten sich unsere Wege, Alice, Joss, Marcel und Daniela fuhren nach L´etang salé, während wir anderen nach einem kleinen Schläfchen noch für ein gutes Stündchen mit den Wellen von Vincendo vorlieb nahmen.
Abends gab es Resteessen mit dem leckeren Palmherzensalat und Fleisch vom Vortag, diversen Gemüsen und Kaninchen vom Picknick. Anschließend schrieben wir Tagebuch und saßen noch gemütlich bis Mitternacht im kleinen Kreis beisammen.
Um halb 10 machten wir uns auf den Weg zu den Cascades grand galet. Um den größten Wasserfall zu erreichen, muss man zuvor waghalsige Serpentinen meistern, die zum Teil so steil waren, dass wir einmal sogar im ersten Gang nicht mehr anfahren konnten und uns erst wieder ein Stück zurückrollen lassen mussten, damit wir weiter den Berg hoch kamen. Am Wasserfall angekommen, der dem Rivière de Langevin zu verdanken ist, betrachteten wir diesen erstmal von oben, bevor wir uns an den in Flipflops doch an ein paar Stellen etwas abenteuerlichen Abstieg zu dem Becken, in dem der Wasserfall mündet, wagten, um dort eine Runde zu schwimmen. Das Wasser, das uns unten erwartete, war so kalt, dass einem das Atem schwerfiel und es sich wie tausend kleine Nadelstiche am ganzen Körper anfühlte.
Nachdem wir dann auch den Aufstieg wieder erfolgreich gemeistert hatten, fuhren wir weiter Richtung St. Philippe, wo man die beste Vanille der ganzen Insel, ehemals Ile Bourbon genannt, kaufen kann. Zunächst versuchten wir unser Glück im Jardin des parfums et d`éspices, wo man im Verkaufsraum etwas überteuerte Gewürze kaufen konnte, aber gegen eine Eintrittsgebühr auch den Garten besichtigen konnte, in dem sehr viele der einheimischen Pflanzen zu sehen waren, seien es Gewürze, Gemüse oder Obst. Da Sebastian, Robert und ich lieber an den Strand wollten, besuchten die anderen fünf den Garten ohne uns, während wir Richtung Vincendo fuhren. Auf dem Weg kauften wir noch Vanille an einem kleinen Stand, machten noch ein paar Stopps an schönen Aussichtspunkten, um für Robert noch ein paar neue Profilfotos zu machen, und aßen ein Sandwich américain in einer kleinen Bar direkt an der Straße. Danach nahmen wir noch den kleinen Abstecher zum Cap méchant, wo sich die Brandung wirklich beeindruckend an der Küste bricht. Hier wurden wir kurzzeitig von einer verrückten Alten verfolgt, die uns erklärte, dass wir vom Teufel besessen seien.
Als wir in Vincendo ankamen, erwarteten uns schon Daniela, Marcel und Minh an einer der Pickickbänke kurz vorm Strand, wo wir auf Joss, Alice und deren Mutter warteten, die das Essen und Getränke brachten. Heute gab es eine Art Eintopf mit Jackfruit und Garnelen bzw. geräuchertem Schweinefleisch. Nach einem Bierchen machten sich Seb, Robert und ich auf zum Strand. Leider war es so windig, dass man kaum am Strand liegen konnte. Also ging ich nur kurz ins Wasser, kämpfte mit den heute besonders heftigen Wellen und ließ mich nur kurz trocknen. Durch die häufigen Windböen fühlte ich mich nach fünf Minuten allerdings eher wie paniert, also kehrten wir schnell wieder zu den anderen zurück und legten uns etwas windgeschützter gemeinsam mit Joss und Minh auf die Wiese oberhalb der Steine, währenddessen waren die anderen drei zum Cap méchant gefahren. Kurz vor Sonnenuntergang fuhren wir nach Hause, wo wir nach einem guten Abendessen mit viel Salat den Abend mit Lieschenspielen verbrachten, während Marcel und Daniela von Alice und ihrer Mutter in die hohe Kunst des Dominospielens eingeführt wurden.
Nachdem wir erstmal ausschlafen konnten, da nur Joss und Alice Daniela und Marcel vom Flughafen abholten, fuhren wir anderen gemeinsam mit Alice` Eltern gegen halb zwölf nach St. Leu, um dort die vier zu treffen und das obligatorische Willkommenspicknick zu veranstalten. Unter Palmen direkt am Strand aßen wir einen typisch reuniesischen Eintopf mit Wurst, rougail saucisses, und Reis mit Bohnen und zum Nachtisch ein Eis, das dank der 35°C leider fast schneller schmolz, als man es essen konnte.
Anschließend ging es zum Strand nach St. Gilles, dem touristisch am besten erschlossenen Ort der Insel. Dort gibt es einen feinen weißen Sandstrand, der von Lifeguards überwacht wird. Nachdem Marcel erstmal mit Flipflops ausgestattet worden war und wir dort zwei Stündchen in der Gluthitze gebraten hatten, beschlossen wir, noch zu unserem Lieblingsstrand Vincendo zu fahren. Zudem machten gegen 16h die "Mitch Buchannons" dann Feierabend und zogen die Schutznetze ein, so dass das Buffet für die Haie eröffnet war und man nur noch auf eigenes Risiko ins Wasser konnte. Auf dem Weg zum nächsten Strand erledigten wir noch einen Getränkegroßeinkauf für den Sylvesterabend im Géant in St. Pierre. Gegen sechs stürzten wir uns dann endlich in die Wellen, um die letzte Stunde bis zum Sonnenuntergang nicht mehr herauszukommen. Eine Welle erwischte Sebastian ziemlich heftig, sodass er sich den Rücken an einer Stelle ordentlich aufschürfte.
Zum Abendessen gab es Reste vom Mittagessen und Thunfischsamosas und zum Nachtisch noch eine Runde Lieschen, bevor dann gegen zwei Uhr ins Bett gingen.