Popcorn im Phantasialand – 02.08.2010 – Saint Augustine

 

Unser Roadtrip war bisher super, trotz einiger anstrengender Tage aber dennoch sehr erholsam, weil wir einfach perfekt abschalten konnten. Mal etwas länger an einem Ort zu sein, darauf freuen wir uns jetzt aber schon. Heute sind wir das letzte Mal für nur eine Nacht in einem Hotel. Ab morgen sind wir erst vier Nächte in Orlando und danach zum Abschluss noch sechs Nächte in Miami Beach.

Auch das Programm ist mehr auf Erholung und Unterhaltung angelegt, was wir auch brauchen, um die vielen gewonnenen Eindrücke zu verarbeiten.

Bevor wir heute morgen Savannah hinter uns ließen, fuhren wir mit dem Auto zu den beiden Prachtstraßen im Villenviertel der Stadt, die wegen ihrer uralten Eichenbestände herausragen. Auch die anliegenden Häuser waren einen Blick wert. Dann ging es wieder auf die Interstate 95 mit dem 280 Kilometer entfernten Ziel Saint Augustine, die älteste Stadt der USA nicht indianischen Ursprungs. Sie ist von spanischen Siedlern im Jahr 1565 gegründet worden.

Da es unsere Flitterwochen sind, machten wir einen Abstecher nach Brunswick. Dort steht die Lover’s Oak, eine 900 Jahre alte Eiche, deren Stamm einen Durchmesser von vier Metern hat. Schon beeindruckend, was diese Eiche in dieser Zeit wohl alles miterlebt hat.

Kurz nach Brunswick passierten wir die Grenze zum State of Sunshine, Florida. Da die gesamte Reise durchweg von hohen Temperaturen jenseits der 35°C geprägt war, waren wir auf das Wetter hier gut eingestellt. Unterwegs passierten wir Jacksonville, die größte Stadt Floridas, deren Erscheinungsbild wieder stärker von Wolkenkratzern geprägt ist.

In Saint Augustine angekommen mussten wir dem Drang widerstehen, sofort in den schönen Hotelpool zu springen. Es war bereits drei und die Museen und Sehenswürdigkeiten im historischen Distrikt hatten nur noch bis 17.00 Uhr geöffnet. Also war Eile geboten. Wir liefen die zwei Kilometer bis zur Fußgängerzone, der George Street, vorbei am Castillo de San Marcos, das wir morgen früh noch besichtigen wollen. DieGeorge Street führt mitten durch die historische Altstadt und erinnerte uns auf den ersten Blick an die Westernstadt im Phantasialand. Zwischen den ähnlich vielen Kitsch- und Ramschläden versteckten sich aber auch die ältesten Bauwerke der Stadt. So besuchten wir zunächst das Oldest Wooden Schoolhouse aus dem 18. Jahrhundert, damit Anne nicht völlig ihre Arbeit vergisst und sich einige Anregungen holen konnte, wie beispielsweise das Jail unter der Treppe für ungezogene Schüler oder die Dunce-Mütze für den langsamsten Lerner unter den Schülern. Anschließend stürzten wir uns in das Jahr 1740, um imSpanish Quarter das Alltagsleben der damals ansässigen Spanier hautnah zu erleben. DasSpanish Quarter besteht aus restaurierten bzw. rekonstruierten Häusern aus der spanischen Kolonialzeit, in denen verschiedene Personen ihre Berufe in für die damalige Zeit typischer Kleidung demonstrieren. Am besten gefiel uns die Taverne mit einer sehr freundlichen Barfrau, wo wir bei einem Bier die gemütliche Atmosphäre genossen und mit anderen Gästen über den Verlauf der Fußball-WM diskutierten. Gestärkt von dem Bier entdeckten wir einen kleinen Surfladen, in dem Anne sich schnell mit zwei kurzen und luftigen Kleidern ausstattete. Sebastians Gedanken kreisten mittlerweile nur noch um das folgende Bad im Pool und seine Motivation, weitere Gebäude einer näheren Betrachtung zu unterziehen, sank gegen Null. Trotzdem wurden auf dem Rückweg über die King Street noch einige Gebäude besichtigt. Besonders gut gefiel uns das Flagler College, welches ursprünglich als Hotel von dem Industriemagnaten Henry M. Flagler gebaut wurde. Der Gebäudekomplex mit roten Ziegeldächern, Türmen sowie einem Innenhof mit Palmen und Brunnen wurde 1968 in ein College umgewandelt.

Nach diesem mal wieder sehr schweißtreibenden Rundgang durch die Stadt hatten wir uns die Erfrischung im Pool verdient, dessen Wassertemperatur jedoch mal wieder zu wenig Differenz zur Lufttemperatur bot. Trotzdem tat das Schwimmen und anschließende Sonnenbaden gut.

Bevor es morgen nach Orlando zu den ganzen Freizeitparks geht, werden wir uns noch ein wenig hier umschauen und eine Alligator-Farm besuchen.

Feststellung des Tages: Die Mikrowelle in unserem Hotelzimmer hat eine spezielle Popcorn-Programmtaste, die wir direkt testen mussten. Leckeres Popcorn!

 

 



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