Noch etwas müde machten wir uns heute morgen (schon wieder nicht geschafft, vor halb zehn das Hotel zu verlassen – Mist!) auf den Weg zur Subway in der Park Avenue – 33thStreet, vorbei am Empire State Building, um von dort uptown bis zur 86th zu fahren. Unser Ziel war das Metropolitan Museum of Art, das wir nach einem kleinen, aber schönen Umweg durch den Central Park etwas verzögert erreichten. Aber so konnten wir das Museum wenigstens von allen Seiten begutachten und z.B. in den visuellen Genuss des seltsamen Strohdachs kommen.
Das Met ist wirklich riesig, sodass man unbedingt Schwerpunkte setzen muss. So entschieden wir uns beispielsweise dafür die Räume mit griechischer, römischer und ägyptischer Kunst (kennt man als Europäer ja) im Laufschritt zu durchqueren, um sich unter anderem der Impressionisten-Ausstellung intensiver zu widmen. Allerdings wurden wir von unserem Plan eines gezielten Vorgehens des Öfteren abgebracht, da das Met immer wieder mit stilecht gestalteten Räumen aufwartet und so für Überraschungen sorgt, wenn man sich auf einmal in einem japanischen Tempel wiederfindet oder in Versailles oder in einer mittelalterlichen Kapelle. Aufgrund dieser tollen Präsentation der Ausstellungsstücke ist das Met definitiv ein Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte!
Nach diesem längeren Aufenthalt im Met knurrten uns langsam die Mägen und unsere Füße machten sich leider auch schon bemerkbar. Der gestrige Tag war doch nicht ganz spurlos an uns vorübergegangen. Um unser nächstes Ziel – das American Museum of National History – zu erreichen, liefen wir einmal quer durch den Central Park, unterbrochen von einer Pause auf einer Bank, wo wir die Stille genießen und das rege Treiben im Park beobachten konnten. Da wir auch hier nichts passendes zu Essen fanden, kam wir in den (O-Ton Anne: zweifelhaften) Genuss unseres ersten Hot Dogs (with Cheese) in NY. Nicht wirklich gestärkt und mit immer noch schmerzenden Knochen betraten wir das Museum, um zielstrebig das Hayden Planetarium aufzusuchen. Kurz darauf begann auch schon die circa 20 minütige Show, gesprochen von Whoopi Goldberg. Mittlerweile wieder so richtig hungrig beschlossen wir die übrige Ausstellung, die an eine Mischung aus Museum König und Deutsches Museum erinnert, nicht weiter zu besuchen und uns stattdessen mit der Subway Richtung Lower East Side aufzumachen. Dort aßen wir bei Katz` Delicatessen, berühmt durch Meg Ryans Orgasmusszene aus Harry und Sally, das ebenso berühmte Pastrami-Sandwich, welches ein wenig wie Kassler aus Rindfleisch schmeckt. Ich (Anne) bevorzuge Rind allerdings gebraten, sodass Pastrami wohl nicht zu meinem Favoriten wird. Sebastian hat es hingegen gut geschmeckt.
Nun endlich gestärkt und mit aufgeladenem Akku waren wir bereit für den nächsten längeren Fußmarsch nach SoHo quer durch Little Italy. Hier zeigte sich ein anderes New York mit einem charmanteren Flair, geprägt durch niedrigere Gebäude mit rostigen Feuerleitern, kleineren Lokalen und netten Geschäften. Per Zufall entdeckten wir hier auch einen großen Quicksilver- und einen Burton-Laden, was noch einmal neue Energie bei uns freisetzte. Aufgrund der sehr günstigen Preise verfielen wir in einen kurzen Shoppingwahn, der uns für 190€ sieben T-shirts, eine Kapuzenjacke, eine Boardshort und eine Mütze einbrachte. Ziemlich zufrieden machten wir uns anschließend auf den Heimweg, um mit einem Heineken und seltsamen Chips aus dem Süßigkeitenautomat den Abend auf dem Hotelzimmer zu verbringen und unsere Wunden zu lecken. Die Füße sind übrigens ein Körperteil, das man hervorragend selber massieren kann (O-Ton Anne).
Heute gehen wir früh schlafen, da es morgen ganz zeitig auf das Empire State Building gehen soll. Gute Nacht! Tageskilometer gefühlte 20km, tatsächlich circa 9km. ![]()