Nach einem Frühstück mit frisch gebackenen Waffeln mit Ahornsirup ging es nach einem kurzen Stopp im Walmart, wo wir uns ergebnislos auf die Suche nach einer Kühltruhe fürs Auto gemacht und stattdessen jede Menge richtig dicker Menschen gesehen hatten, auf die Interstate 95. Dieser folgten wir ca. 230 km Richtung Süden, bis wir um 13h Washington erreichten und ungefähr einen Kilometer vom Weißen Haus entfernt im Comfort Inn unser Zimmer bezogen (leider etwas bescheidener als in Philadelphia und auch ohne Whirlpool).
Bei 40°C gingen wir zunächst Richtung National Mall, die in einem Dreieck zwischen Weißem Haus, Capitol und Lincoln Memorial, das dem Parthenon nachempfunden ist und auf dessen Stufen Matin Luther King „I have a dream“ verkündete, einige Museen, Memorials und natürlich das Washington Monument umschließt.
Als erstes erkundeten wir das Gebäude des Old Post Office, das heute einen food market beherbergt und uns zu unserem ersten Burrito verhalf. Da der Eintritt aller Museen auf der National Mall frei ist, nutzten wir die Gelegenheit, für kurze Zeit der Hitze zu entfliehen, und besuchten das National Museum of Natural History. Neben einem 45,5 karätigen Diamanten, dem Originalmodell eines Blauwals sowie diverser anderer Tiere weckten vor allem die zahlreichen Dinosaurier-Skelette unser Interesse. Leider war es sehr voll in dem Museum, was insbesondere auf die unerträglich große Anzahl an diversen Pfadfindergruppen zurückzuführen war. Noch schlimmer wurde es, als draußen ein Gewitter ausbrach und völlig durchnässte Menschen Zuflucht im Museum suchten.
Zum Glück zog das Unwetter schnell in die entgegengesetzte Richtung ab, sodass wir trockenen Fußes zum Washington Monument gehen konnten. Dieses ist mit 170m das höchste Bauwerk der Stadt (kein Gebäude darf höher sein als das Kapitol), dessen Spitze man per Aufzug erreichen kann, was wir für morgen geplant haben.
Vorbei am Reflecting Pool ging es anschließend zum Lincoln Memorial, das von den beiden Gedenkstätten zu Ehren der Veteranen und Toten des Korea- sowie des Vietnam-Kriegs flankiert wird. Auch hier wimmelte es überall von Tausenden von Pfadfindern. Die unterschiedlichen Gruppierungen waren gut an den verschieden farbigen Hemden zu erkennen (von neongelb bis orange war alles vertreten). Uns fiel auf, dass alle sogar die gleichen Socken trugen. Eine Frage bleibt: Haben die Scouts mehrere dieser Hemden mit den vielen Aufnähern oder ist der Gestank einer solchen Gruppe nach dem dritten Tag kaum noch zu ertragen? Ist dieses vielleicht auch der Grund, warum keine Mädels dazugehören?
Um den Pfadfindern zu entfliehen, entschlossen wir uns zu einem Spaziergang am Potomac River entlang gen Norden Richtung Georgetown. Dies ist ein Viertel mit vielen kleinen niedlichen Häusern, hippen Geschäften und Unmengen an kleinen Restaurants aus aller Herren Länder. Wir entschieden uns für ein äthiopisches Restaurant. Das Essen (Rind, Hühnchen, Reis und zweierlei Linsen) wurde auf typisch äthiopischen Brot serviert, das wie ein riesiger Crèpes aussah. Von den Gewürzen erinnerte es entfernt an die indische Küche. Besteck wurde nicht gereicht, sondern man riss sich Stücke vom Brot ab, um sich mit diesem das Essen in den Mund zu schaufeln. Es war sehr lecker, aber für dich, Alfred, wäre das wohl nichts! Danach wartete noch ein kleiner Verdauungsspaziergang zu unserem Hotel auf uns. Nachdem wir gestern einen neuen Topwert von fast 16km in Philadelphia (http://www.gmap-pedometer.com/?r=3908561) zu Fuß zurückgelegt haben, heute wieder 13km, freuen sich unsere Füße jetzt auf das Bett.
Entdeckung des Tages: M&Ms Pretzel (crunchy, salty, sweet), in der „kleinen“ Packung mit 450g, die große mit 1200g war uns doch etwas zu viel! (Einfach unglaublich diese riesigen Packungen im Walmart! Ich glaube, bei uns beinhaltet die große Packung 300g.)
Kilometer im Auto: ca. 230km
Tageskilometer: 13km
http://www.gmap-pedometer.com/?r=3908581