In Iwo Jima dem Verdursten nahe – 26.07.2010 – Washington DC

Der nun siebte Tag in Folge in einer Stadt nähert sich dem Ende. Bisher waren es wunderschöne sieben Tage, aber auch richtig anstrengende. Wir sind nun insgesamt über 80km in der Woche gelaufen und haben acht Museen gesehen. Ein wirklich straffes Programm, aber nun folgen erstmal ein paar ruhigere Tage in den Apalachen.

Unser heutiger Tag fing dann erstmals auch etwas später an und wir sind um 8.30 Uhr aufgestanden. Ursprünglich wollten wir noch Tickets für auf das Washington Monument holen, haben dieses aber dann gestrichen, als wir hörten, dass man dafür schon gegen spätestens 7.00 Uhr anstehen sollte. Selbiges galt für eine mögliche Führung durch dasWeiße Haus. Für beides hätte man alternativ auch online Tickets reservieren können, jedoch werden hierfür sechs Monate vor Anreise empfohlen. (So als kleiner Tipp für alle Washington-Reisenden!) Da Washington aber auch so unglaublich viel zu bieten hat, war schnell ein füllendes Alternativprogramm gefunden. Nach unserem recht späten Frühstück, wieder mit frischen Waffeln und der aktuellen Ausgabe der USA Today, die uns darüber aufklärte, warum tausende Pfadfinder in Washington ihr Unwesen trieben (diese feierten ihren hundertsten Geburtstag mit einer großen Parade, bei der dutzende aufgrund der hohen Temperaturen kollabierten), ging es erstmal zum Weißen Haus. Auch heute waren die Temperaturen wieder hoch, jedoch herrschte eine nicht so hohe Luftfeuchtigkeit, so dass es deutlich erträglicher war. Am Oval-Office angekommen machten wir erstmal ein paar Fotos und uns anschließend auf den Weg zum Air and Space Museum.

Dieses Museum bietet eine tolle Ausstellung zur Geschichte der Luft- und Raumfahrt, angefangen vom ersten Flugzeug der Gebrüder Wright (1903) über die Spirit of Saint Louis bis zu Teilen eines Space Lab, das man betreten kann. Außerdem gab es jede Menge spannende Experimente zur Erklärung der verschiedenen physikalischen Grundlagen der Luft- und Raumfahrt, die man selber durchführen kann. Interessant hier das unterschiedliche Reaktionsvermögen von Mann und Frau.

Nach einem schnellen Imbiss im hauseigenen McDonalds nahmen wir mit dem National Museum of the American Indian das nächste Museum in Angriff, im Gegensatz zum vorherigen allerdings eher im Schnelldurchlauf. Hier konnte man sich in einem architektonisch außergewöhnlichen Gebäude über früheres und heutiges Leben und Kultur der verschiedenen Indianerstämme informieren.

Anschließend folgten wir der National Mall weiter Richtung Kapitol, dessen Kuppel dem Petersdom nachempfunden ist. Das höchste Gebäude Washingtons hinterließ einen bleibenden Eindruck bei uns. Weiter ging es zur Union Station, dem prachtvollen Bahnhof der Hauptstadt (ähnlich der Grand Central Station in NY), wo Anne ein köstliches, aber nicht ganz billiges Ben&Jerrys-Coconut-Eis aß. Nachdem wir endlich das Tarifsystem verstanden hatten, fuhren wir mit der Metro zum Arlington Cemetery, der direkt an das Gelände des Pentagons angrenzt und mit über 260.000 Gräbern zu den größten Militärfriedhöfen der USA gehört. Auf dem sehr schön angelegten, aber auch sehr weitläufigen Friedhof besuchten wir u.a. das Grab von JFK und das des unbekannten Soldaten. Dort durften wir der zweifelhaften Ehre zu Teil werden, inmitten von salutierenden Amis diverser Kranzniederlegungen durch verschiedene Pfadfindergruppen beizuwohnen. Die hierfür ausgewählten Scouts waren mit so vielen Abzeichen dekoriert, dass der kleine Pfadfinder aus dem Film Oben vor Neid erblassen würde. Auch wir betrachteten diese Schärpen voller Ehrfurcht.

Leider hatten wir es versäumt, uns etwas zu trinken mitzubringen, denn dummerweise gab es hier nirgends etwas zu kaufen und die Sonne brannte gnadenlos. So fühlte sich Anne schon zu diesem Zeitpunkt der Dehydrierung nahe, doch Sebastian musste unbedingt noch das Marines Memorial zu Gesicht bekommen. Dies wäre noch erträglich gewesen, hätten wir direkt den richtigen Weg eingeschlagen. Nach weiteren trockenen Kilometern fanden wir endlich ein Kiosk, das einen ganzen Kühlschrank voll eiskalter Wasserflaschen anbot. Mit aufgeladenen Wasserspeichern gingen wir dem letzten Ziel des heutigen Tages entgegen. Das Memorial zu Ehren der Marines stellt das berühmte Foto nach, das die Hissung der amerikanischen Flagge auf Iwo Jima im 2.Weltkrieg zeigt. Mit dem abgeleisteten Tagespensum zufrieden traten wir per Metro und zu Fuß den Heimweg an, um uns im Hotel frisch zu machen und kurz zu erholen, bevor wir einen schönen Abend mit Burrito Bowl bei der mexikanischen Imbisskette Chipotle und anschließenden Bierchen unter freiem Himmel im Science Club verbrachten. Auf dem Nachhauseweg spürten wir mittlerweile doch ganz schön unsere schmerzenden Füße, sodass wir nun mit Eiswürfeln auf den Sprunggelenken diesen Bericht schreiben. Zum Glück gibt es in jedem Hotel auf jeder Etage riesige und kostenlose Eiswürfelautomaten!

Fußweg 10km ohne Museen

http://www.gmap-pedometer.com/?r=3911364

http://www.gmap-pedometer.com/?r=3911373

http://www.gmap-pedometer.com/?r=3911375

 

 



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