Was für ein Tag. Wir sind jetzt seit fast 24 Stunden auf den Beinen. Ich muss mich ganz schön quälen das Reisetagebuch zu beginnen. Anne liegt neben mir und schläft schon tief und fest. Wir haben hier immer noch fast 80°F (27°). Seit unserer Ankunft ist es ähnlich heiß wie in Deutschland, aber noch schwüler.
Wir sind heute um 8.00 Uhr (MESZ) aufgestanden und haben die restlichen Sachen gepackt, so dass wir um kurz nach 10.00 Uhr dann von meinen Eltern zum Flughafen nach Düsseldorf gebracht wurden und um 11.15 Uhr da waren. Zum Einchecken haben wir dann etwas länger gebraucht, da die Menschenschlange vor den Schaltern ziemlich lang war. Sogar so lang, dass ein Kamerateam dutzend Male versucht hat die Menschenmenge möglichst spektakulär in Szene zu setzen.
Sonst lief alles nach Plan und wir sind dann fast pünktlich um 13.45 Uhr gestartet. Der Flug war reichlich unspektakulär und trotz „nur“ 8 Stunden Flugzeit sehr zäh und anstrengend. Dementsprechend waren wir auch wenig begeistert, dass wir in New York erstmal wieder 30 Minuten warten durften, um endlich unsere Fingerabdrücke von allen Fingern und ein Foto aufnehmen zu lassen. Zumindest mussten wir dann nicht mehr allzu lange auf unsere Koffer warten, die wir mit schönen Aufklebern (u.a. FC Aufkleber) schnell wiedererkannt haben.
Nach einem äußerst ausgewogenen Frühstück bestehend aus Kaffee, O-Saft und Croissant auf die Hand ging´s in die Subway nach South Ferry. Dort angekommen freuten wir uns nach dem gestrigen hektischen Abend auf dem Times Square zunächst über Ruhe und Einsamkeit am Pier der Fähre zur Statue of Liberty und nach Ellis Island, bevor wir entdeckten, dass wir auf der anderen Seite eines Zelts uns doch wieder enormen Menschenmassen aussetzen und uns in eine lange Reihe Wartender einreihen mussten. Schwitzen war angesagt bei 84°F und knallender Sonne! Die Überfahrt zur Freiheitsstatue entschädigte jedoch mit einem tollen Blick auf Manhattan und die Brooklyn Bridge. Nach einem recht kurzen Aufenthalt auf Liberty Island – die Fotos mit der Freiheitsstatue waren gemacht – ging´s weiter nach Ellis Island und ins dortige Museum, das über die Einwanderer und ihre Ankunft in New York informiert. Da unsere Essenspläne durch eine plötzliche und nicht nachvollziehbare Räumung des Museums durchkreuzt wurden, machten wir uns direkt wieder mit der Fähre nach Manhattan auf, um dort endlich ein Bier in der Öffentlichkeit (Beer Garden) zu trinken. Das „Victory Brewery Weissbier“ ist jedoch nicht zu empfehlen. Ob es an den obligatorischen Plastikbechern lag, mag bezweifelt werden. Trotzdem kamen wir wieder zu Energie und erkundeten den Financial District, bis wir unterwegs mit einen köstlichen Take-Away-Salat aus einem Deli unsere Energiereserven aufgefüllt hatten. Anschließend gingen wir zu schwer bewachten New York Stock Exchange und weiter auf der Wallstreet zur Trinity Church, um dort ein bisschen die Kälte und Ruhe zu genießen. Danach gingen wir zu dem völlig uninteressanten Ground Zero, wo zumindest schon die Ansätze des Freedom Towers zu erkennen waren, der Rest war mit Bauzäunen eingehüllt. Zumindest die gewaltige Fläche lässt das Ausmaß des Anschlags erahnen. Auf dem Weg zum Haus des Kapitalismus (Woolworth Building) kehrten wir noch kurz in die gegenüber des ehemaligen Standorts der Twin Towers gelegene St. Paul’s Chapel. Da das Woolworth Building für Touristen geschlossen ist, ging es direkt zur City Hall am Fuße der Brooklyn Bridge weiter, die kurz darauf von uns bis kurz vor Brooklyn begangen wurde.
Hier boten sich viele Gelegenheiten für tolle Fotos. Dem Tipp unseres Reiseführers folgend, liefen wir danach zum Pier 17. Leider war es dort reichlich unspektakulär, so dass wir uns für ein kühles Heineken auf einer Terrasse entschieden. Doch auch hier sollte es nichts mit einem halbwegs schmackhaften Bier werden. Heineken war ausverkauft und stattdessen versuchte ich es mit dem nicht sehr leckeren Blue Moon. Der Name hätte einen schon stutzig werden lassen müssen. Zumindest hatten wir dort kostenlosen W-Lan-Zugang, so dass wir endlich Kontakt mit Till B., Trauzeuge von Till Z., aufnehmen konnten, um einen Treffpunkt für abends zu vereinbaren.
Nach dem nun schon weniger geschmeidigen Heimweg, wegen allmählich schmerzender Füße und völlig verschwitzen Shirts, schafften wir dann auch endlich ein Telefonat mit Till, um die letzten Details seines Tipps festzumachen.
Um 19.45 Uhr haben wir uns dann auf dem Schiff „Frying Pan“ getroffen, um dort einen sehr netten Abend zu verbringen und endlich ein halbwegs gescheites Bier (Brooklyn Lager) zu trinken (oder auch zwei). Nun sind wir endlich leicht angeheitert in unserem Hotel und versuchen uns gegenseitig wach zu halten, um diesen Eintrag zu beenden. Habe gerade mal mit Google Maps grob berechnet, wieviel wir heute gelaufen sind: circa 15km! Gute Nacht!
Noch etwas müde machten wir uns heute morgen (schon wieder nicht geschafft, vor halb zehn das Hotel zu verlassen – Mist!) auf den Weg zur Subway in der Park Avenue – 33thStreet, vorbei am Empire State Building, um von dort uptown bis zur 86th zu fahren. Unser Ziel war das Metropolitan Museum of Art, das wir nach einem kleinen, aber schönen Umweg durch den Central Park etwas verzögert erreichten. Aber so konnten wir das Museum wenigstens von allen Seiten begutachten und z.B. in den visuellen Genuss des seltsamen Strohdachs kommen.
Das Met ist wirklich riesig, sodass man unbedingt Schwerpunkte setzen muss. So entschieden wir uns beispielsweise dafür die Räume mit griechischer, römischer und ägyptischer Kunst (kennt man als Europäer ja) im Laufschritt zu durchqueren, um sich unter anderem der Impressionisten-Ausstellung intensiver zu widmen. Allerdings wurden wir von unserem Plan eines gezielten Vorgehens des Öfteren abgebracht, da das Met immer wieder mit stilecht gestalteten Räumen aufwartet und so für Überraschungen sorgt, wenn man sich auf einmal in einem japanischen Tempel wiederfindet oder in Versailles oder in einer mittelalterlichen Kapelle. Aufgrund dieser tollen Präsentation der Ausstellungsstücke ist das Met definitiv ein Highlight, das man sich nicht entgehen lassen sollte!
Nach diesem längeren Aufenthalt im Met knurrten uns langsam die Mägen und unsere Füße machten sich leider auch schon bemerkbar. Der gestrige Tag war doch nicht ganz spurlos an uns vorübergegangen. Um unser nächstes Ziel – das American Museum of National History – zu erreichen, liefen wir einmal quer durch den Central Park, unterbrochen von einer Pause auf einer Bank, wo wir die Stille genießen und das rege Treiben im Park beobachten konnten. Da wir auch hier nichts passendes zu Essen fanden, kam wir in den (O-Ton Anne: zweifelhaften) Genuss unseres ersten Hot Dogs (with Cheese) in NY. Nicht wirklich gestärkt und mit immer noch schmerzenden Knochen betraten wir das Museum, um zielstrebig das Hayden Planetarium aufzusuchen. Kurz darauf begann auch schon die circa 20 minütige Show, gesprochen von Whoopi Goldberg. Mittlerweile wieder so richtig hungrig beschlossen wir die übrige Ausstellung, die an eine Mischung aus Museum König und Deutsches Museum erinnert, nicht weiter zu besuchen und uns stattdessen mit der Subway Richtung Lower East Side aufzumachen. Dort aßen wir bei Katz` Delicatessen, berühmt durch Meg Ryans Orgasmusszene aus Harry und Sally, das ebenso berühmte Pastrami-Sandwich, welches ein wenig wie Kassler aus Rindfleisch schmeckt. Ich (Anne) bevorzuge Rind allerdings gebraten, sodass Pastrami wohl nicht zu meinem Favoriten wird. Sebastian hat es hingegen gut geschmeckt.
Nun endlich gestärkt und mit aufgeladenem Akku waren wir bereit für den nächsten längeren Fußmarsch nach SoHo quer durch Little Italy. Hier zeigte sich ein anderes New York mit einem charmanteren Flair, geprägt durch niedrigere Gebäude mit rostigen Feuerleitern, kleineren Lokalen und netten Geschäften. Per Zufall entdeckten wir hier auch einen großen Quicksilver- und einen Burton-Laden, was noch einmal neue Energie bei uns freisetzte. Aufgrund der sehr günstigen Preise verfielen wir in einen kurzen Shoppingwahn, der uns für 190€ sieben T-shirts, eine Kapuzenjacke, eine Boardshort und eine Mütze einbrachte. Ziemlich zufrieden machten wir uns anschließend auf den Heimweg, um mit einem Heineken und seltsamen Chips aus dem Süßigkeitenautomat den Abend auf dem Hotelzimmer zu verbringen und unsere Wunden zu lecken. Die Füße sind übrigens ein Körperteil, das man hervorragend selber massieren kann (O-Ton Anne).
Heute gehen wir früh schlafen, da es morgen ganz zeitig auf das Empire State Building gehen soll. Gute Nacht! Tageskilometer gefühlte 20km, tatsächlich circa 9km. ![]()
Weiterlesen: Die Heilung der schmerzenden Füße durch Roxy Burton – 22.07.2010 – New York
Um 18.30 Uhr waren wir dann so hungrig, dass wir doch noch einmal losgezogen sind, um uns von New York würdig zu verabschieden. Auf dem Weg zum Times Square hat Anne zunächst asiatisches Fast Food gegessen und ich habe nach einem KFC Ausschau gehalten. Am Times Square angekommen, haben wir dann auch den vorher im Internet herausgesuchten Surf-/Skate-Laden gefunden und dort erstmal wieder ordentlich geshoppt. Es macht hier einfach zu viel Spaß bei den Preisen. Auch wenn ich nach dem Shoppen gar nicht mehr so hungrig war, haben wir dann doch noch eine KFC gefunden und dort was gegessen, um danach noch den MoMA-Store zu suchen, da wir bei unserem heutigen Besuch diesen Part völlig vergessen haben. Dummerweise waren wir gerade mit dem Einkauf dort fertig, als es so richtig heftig anfing zu blitzen und regnen. Da wir morgen jedoch früh los wollen und keine Zeit haben noch nasse Klamotten zu trocknen, hieß es erstmal unterstellen. Alternativ hätten wir auch einen Schirm bei einem Händler kaufen können, der pünktlich mit dem Regen aus dem Nichts aufgetaucht war. Als es dann wieder etwas weniger regnete, nutzten wir den Moment, um Richtung Hotel zu fahren. Unterwegs begegneten wir dann vielen New Yorker Frauen in ihrem Feier-Outfit, alle extrem aufgebretzelt, ohne Rücksicht darauf, ob sie das tragen konnten oder nicht.
Weiterlesen: Je kürzer die Kleider, desto höher die Schuhe – New York – 23.07.2010 – Part II
Das war New York. Zumindest vorerst. Es ist jetzt 16.30 Uhr hier und wir sind so früh in unserem Hotel zurück wie noch an keinem anderen Tag. Dies liegt daran, dass wir heute tatsächlich um kurz nach 7.00 Uhr aufgestanden sind und somit auch früh unsere erste Station, das Empire State Building, angehen konnten. Das frühe Aufstehen hatte sich dann wohl auch gelohnt, da wir ohne Wartezeit direkt auf den 86th Floor, die höchste Aussichtsplattform von NY, hoch konnten. Hier bot sich, obwohl es etwas bewölkt war, ein wunderschöner Blick über Manhattan und darüber hinaus. Uns gefiel der Ausblick bei Tag dann auch noch besser als schon vor drei Tagen abends vom Top of the Rock. Bei Tageslicht wurde einem die Größe von New York, insbesondere Manhattan und der unglaublich vielen Häuser, so richtig bewusst.
Nachdem wir dann unzählige „Luftaufnahmen“, vor allem auch vom Chrysler Building, Rockefeller Center, Financial District und dem Central Park, gemacht hatten, ging es zu Fuß weiter Richtung Grand Central Station. Auf dem Weg schauten wir uns noch den Bryant Park, die Public Library und das Chrysler Building aus der Nähe an. Die Grand Central Station kennt man ja aus zahlreichen Filmen, war sonst aber nicht sonderlich spektakulär. Weiter ging es zu unserem heutigen Highlight, dem Museum of Modern Art, kurz MoMa. Vorbei am Waldorf Astoria und der St. Bartholomew’s Church erreichten wir das MoMa, kurz nachdem es geöffnet hatte, um 10.30 Uhr. Es war nicht gerade leer, aber voll sieht auch anders aus. Insbesondere, wenn wir uns an die MoMa-Ausstellung in Berlin zurück erinnern, wo wir morgens um 5.30 Uhr bereits in der Warteschlange standen, um überhaupt reinzukommen. Viele Exponate der MoMa sind so schön und bedeutend, dass sich wohl die meisten Museen der Welt auch nur über ein oder zwei dieser Werke freuen würden. Mein persönliches Highlight, obwohl auch schon in Berlin gesehen, war dieSternennacht von van Gogh. Wunderschön.
Dank des kostenlosen Wlan im MoMa haben wir uns dann ein nahes Deli gesucht, da es zwischenzeitlich auch leicht begonnen hatte zu regnen und so viel Kultur hungrig macht. Nach einem exzellenten und selbst zusammengestellten Salat mit Hähnchen machten wir uns per Subway zum Solomon R. Guggenheim Museum auf. Die einzigartige, funktionale und schöne Architektur des Museums ist einer der Hauptgründe für unseren Besuch gewesen. Jedoch schauten wir uns auch die Ausstellung an und auch diese lohnt sich, insbesondere wegen der Impressionisten und Postimpressionisten. Leider durften in der Ausstellung keine Fotos gemacht werden.
Nun ist es langsam wieder an der Zeit sich in die Hektik zu stürzen und noch einen schönen Abend zu verbringen. Morgen geht es dann ganz früh zu unserem Autoverleih und anschließend nach Philadelphia.
Tageskilometer ohne Museen: 9km
http://www.gmap-pedometer.com/?r=3908601
http://www.gmap-pedometer.com/?r=3908605
http://www.gmap-pedometer.com/?r=3908608
6.30h Weckzeit, duschen, Koffer packen, auschecken, schnelles Frühstück im Stehen und mit dem Cab zur Autovermietung in der 55th st.
Dort wurde uns ein Nissan Altima in weinrot übergeben, der uns in den nächsten zweieinhalb Wochen hoffentlich sicher bis nach Miami bringen wird. Trotz zunächst nicht funktionierender Navi fanden wir nach kurzen Startschwierigkeiten recht gut aus Manhattan heraus und fuhren, nachdem wir den Lincoln-Tunnel durchquert hatten, auf den Highway (Turnpike Richtung Süden). Seit wir dort den ersten Unfall bzw. die Folgen davon gesehen haben (ein riesiger SUV hatte einen Passat von hinten schräg gerammt, der danach völlig demoliert am Seitenstreifen stand, während am SUV kaum eine Schramme zu sehen war), bereiten uns die gerne dicht auffahrenden SUVs in unserem Rückspiegel ein etwas ungutes Gefühl. Ansonsten war die Fahrt jedoch recht entspannt.
Im Hotel in Philadelphia angekommen freuten wir uns sehr beim Anblick unseres Zimmers, das deutlich größer als das in NY ist, einen Jakusi im Zimmer (nicht im Bad!) mit traumhaftem Blick auf die Benjamin-Franklin-Bridge hat und insgesamt einen besseren Eindruck macht. Außerdem liegt das Hotel ziemlich zentral, sodass wir uns nach schnellem Einrichten in der Innenstadt wiederfanden und dort dank Sylvias Tipp den Reading Terminal Market ansteuerten, um uns ordentlich den Bauch vollzuschlagen mit Phillie Cheese Steaksandwich und indischem Essen, wobei uns die Entscheidung ob der extrem großen Auswahl an schmackhaftem Essen sehr schwer fiel. Derart gestärkt erkundeten wir kurz darauf den Historical Parc mit dem Liberty Bell Center, der Independence Hall sowie diversen anderen kleineren historischen Gebäuden, die jedoch größtenteils nicht sonderlich spektakulär waren. Nach den obligatorischen Fotos vor der Liberty Bell mit ihrem Riss warteten wir auf unsere Führung durch die Independence Hall, in der die Unabhängigkeitserklärung sowie die Verfassung unterzeichnet wurden. An diese Eintrittskarten waren wir nur durch Zufall gekommen, da die Führungen für den heutigen Tag eigentlich schon vergeben waren, doch genau in dem Moment, als wir einen der Parkranger um Informationen baten, gab jemand mehrere Karten zurück.
Anschließend machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Philadelphia Museum of Art, um dort wie Rocky die Treppen zu erklimmen. Da der Weg jedoch weiter als gedacht und es zudem unsagbar heiß war (an die 40°C), freuten wir uns über einen kleinen Zwischenstopp an der Fontäne an der Love-Statue, um dort zumindest unsere Füße abzukühlen, während andere Einwohner diese Brunnen und Fontänen zu Freibädern umfunktionieren.
An der nicht endenden Treppe angekommen schossen wir das typische Foto in Rocky-Pose und beobachteten belustigt, wie andere ganze Filme mit ihren Cams drehten (in Kapuzenpulli bei den Temperaturen!!). Auch das Recken der Fäuste vor der Bronzestatue gehörte natürlich zum Programm. Völlig erschöpft und verschwitzt schlugen wir den Weg zurück zum Hotel ein und entdeckten einen kleinen Biergarten im Grünen, an dem wir natürlich nicht vorbeigehen konnten, hatten wir so etwas in New York doch vergeblich gesucht. Eigentlich wollten wir danach unser Abendessen erneut im Reading Terminal Market besorgen, der jedoch leider bereits geschlossen hatte, so dass wir einen Salat und eine Pizza mit extra Käse holten und im Hotelzimmer verspeisten.
Vollgegessen und erschöpft wartete diesmal jedoch ein Whirlpool zur Erholung auf uns, in dem wir den Tag entspannt ausklingen ließen mit einem Blick auf die nun beleuchtete Brücke und den Delaware River. Gekrönt wurde dieses noch von einer eisgekühlten Dose Becks. So könnte jeder Tag enden.
Auch wenn wir nur ein paar Stunden hier verbrachten, haben wir in der kurzen Zeit einen sehr positiven Eindruck von Philadelphia gewonnen. Trotz fast sechs Millionen Einwohner (1,5 Millionen in der Stadt) wirkte die Stadt im Vergleich zu NY völlig entspannt und sympathisch. Dieses lag nicht nur an den der niedrigeren Bebauung, sondern auch an den vielen gemütlichen Plätzen, Grünflächen und Märkten. Verschweigen darf man jedoch auch nicht, dass einem sehr viele Obdachlose begegneten. Nun geht es morgen weiter nach Washington DC, in die zweite Hauptstadt der USA nach Philadelphia, die die erste war.
Tagesroute: 15,7 km
http://www.gmap-pedometer.com/?r=3908561
Weiterlesen: Wasserspiele im Eye of the Tiger – 24.07.2010 – Philadelphia
Nach einem Frühstück mit frisch gebackenen Waffeln mit Ahornsirup ging es nach einem kurzen Stopp im Walmart, wo wir uns ergebnislos auf die Suche nach einer Kühltruhe fürs Auto gemacht und stattdessen jede Menge richtig dicker Menschen gesehen hatten, auf die Interstate 95. Dieser folgten wir ca. 230 km Richtung Süden, bis wir um 13h Washington erreichten und ungefähr einen Kilometer vom Weißen Haus entfernt im Comfort Inn unser Zimmer bezogen (leider etwas bescheidener als in Philadelphia und auch ohne Whirlpool).
Bei 40°C gingen wir zunächst Richtung National Mall, die in einem Dreieck zwischen Weißem Haus, Capitol und Lincoln Memorial, das dem Parthenon nachempfunden ist und auf dessen Stufen Matin Luther King „I have a dream“ verkündete, einige Museen, Memorials und natürlich das Washington Monument umschließt.
Als erstes erkundeten wir das Gebäude des Old Post Office, das heute einen food market beherbergt und uns zu unserem ersten Burrito verhalf. Da der Eintritt aller Museen auf der National Mall frei ist, nutzten wir die Gelegenheit, für kurze Zeit der Hitze zu entfliehen, und besuchten das National Museum of Natural History. Neben einem 45,5 karätigen Diamanten, dem Originalmodell eines Blauwals sowie diverser anderer Tiere weckten vor allem die zahlreichen Dinosaurier-Skelette unser Interesse. Leider war es sehr voll in dem Museum, was insbesondere auf die unerträglich große Anzahl an diversen Pfadfindergruppen zurückzuführen war. Noch schlimmer wurde es, als draußen ein Gewitter ausbrach und völlig durchnässte Menschen Zuflucht im Museum suchten.
Zum Glück zog das Unwetter schnell in die entgegengesetzte Richtung ab, sodass wir trockenen Fußes zum Washington Monument gehen konnten. Dieses ist mit 170m das höchste Bauwerk der Stadt (kein Gebäude darf höher sein als das Kapitol), dessen Spitze man per Aufzug erreichen kann, was wir für morgen geplant haben.
Vorbei am Reflecting Pool ging es anschließend zum Lincoln Memorial, das von den beiden Gedenkstätten zu Ehren der Veteranen und Toten des Korea- sowie des Vietnam-Kriegs flankiert wird. Auch hier wimmelte es überall von Tausenden von Pfadfindern. Die unterschiedlichen Gruppierungen waren gut an den verschieden farbigen Hemden zu erkennen (von neongelb bis orange war alles vertreten). Uns fiel auf, dass alle sogar die gleichen Socken trugen. Eine Frage bleibt: Haben die Scouts mehrere dieser Hemden mit den vielen Aufnähern oder ist der Gestank einer solchen Gruppe nach dem dritten Tag kaum noch zu ertragen? Ist dieses vielleicht auch der Grund, warum keine Mädels dazugehören?
Um den Pfadfindern zu entfliehen, entschlossen wir uns zu einem Spaziergang am Potomac River entlang gen Norden Richtung Georgetown. Dies ist ein Viertel mit vielen kleinen niedlichen Häusern, hippen Geschäften und Unmengen an kleinen Restaurants aus aller Herren Länder. Wir entschieden uns für ein äthiopisches Restaurant. Das Essen (Rind, Hühnchen, Reis und zweierlei Linsen) wurde auf typisch äthiopischen Brot serviert, das wie ein riesiger Crèpes aussah. Von den Gewürzen erinnerte es entfernt an die indische Küche. Besteck wurde nicht gereicht, sondern man riss sich Stücke vom Brot ab, um sich mit diesem das Essen in den Mund zu schaufeln. Es war sehr lecker, aber für dich, Alfred, wäre das wohl nichts! Danach wartete noch ein kleiner Verdauungsspaziergang zu unserem Hotel auf uns. Nachdem wir gestern einen neuen Topwert von fast 16km in Philadelphia (http://www.gmap-pedometer.com/?r=3908561) zu Fuß zurückgelegt haben, heute wieder 13km, freuen sich unsere Füße jetzt auf das Bett.
Entdeckung des Tages: M&Ms Pretzel (crunchy, salty, sweet), in der „kleinen“ Packung mit 450g, die große mit 1200g war uns doch etwas zu viel! (Einfach unglaublich diese riesigen Packungen im Walmart! Ich glaube, bei uns beinhaltet die große Packung 300g.)
Kilometer im Auto: ca. 230km
Tageskilometer: 13km
http://www.gmap-pedometer.com/?r=3908581
Weiterlesen: Von äthiopischem Essen und nervenden Pfadfindern – 25.07.2010 – Washington